Vorbericht VfL Gummersbach
24. November 2020
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24. November 2020

v.li.: Michael Schulz (DJK Rimpar Wölfe), Einzelbild, 21.10.2020, Würzburg, 2. Handball-Bundesliga, DJK Rimpar Wölfe - ASV Hamm-Westfalen

„Schulle“ im Interview

Nach der frühen roten Karte im Spiel gegen den Wilhelmshavener HV will der Mann mit der Nummer 33 der Wölfe nun gegen den Spitzenklub vom VfL Gummersbach erst recht beweisen, was in ihm steckt und dem Favoriten ein Bein stellen. Vor dem Kracher gegen den ehemaligen Bundesliga-Dino stand Michael nochmal Rede und Antwort.

Servus Schulle. Das Spiel gegen den Wilhelmshavener HV war für dich nach einer roten Karte früh beendet. Am Ende stand eine knappe 24:23-Niederlage zu Buche. Wie schätzt du das Spiel ein?

Die Begegnung ging mit der roten Karte natürlich nicht sehr gut los für uns. Wir waren aber trotzdem zu Beginn gut in der Partie. Es ging dann immer hin und her und keine Mannschaft konnte sich richtig absetzen. Nach der Pause kamen wir nicht so gut raus und lagen dann zurück, aber haben uns über eine gute Abwehrleistung zurückgekämpft. Valentin hat es im Mittelblock auch gut gemacht, obwohl er dann direkt so viel spielen musste. Am Ende kann das Spiel in beide Richtungen ausgehen und wenn wir uns etwas besser anstellen könnten wir mit dem Sieg zurückfahren. In der englischen Woche haben wir aber direkt wieder die Möglichkeit es besser zu machen.

 

Die Wölfe sind mit 6:8 Punkten gestartet und mussten sich in den letzten beiden Partien gegen direkte Tabellennachbarn geschlagen geben. Aktuell reicht diese Punktausbeute für einen Mittelfeldplatz. Wie bewertest du den Saisonstart?

Natürlich haben wir uns das ganze etwas anders vorgestellt. Den einen oder anderen Punkt mehr hätten wir natürlich gerne geholt. In allen Partien, die wir verloren haben (Aue, Hamm, Lübeck & WHV), hätten wir auch genauso gut als Sieger vom Feld gehen können. Im letzten Jahr haben wir eben diese Spiele zu Beginn der Saison gewonnen und standen dann dort in der Tabelle wo Dessau aktuell unterwegs ist. In dieser Saison fehlt uns noch etwas die Abgezocktheit, aber die wird noch kommen, wenn wir weiter hart an uns arbeiten.

Am Kreis ist die Nummer 33 kaum zu stoppen und voll in seinem Element – Foto: Frank Scheuring/Foto2Press

Aktuell sind nur Geisterspiele möglich. In den meisten Hallen dürfen zumindest einige Helfer trommeln und die Heimmannschaft etwas unterstützen. Wie siehst du die aktuelle Lage in den Hallen?

Es ist natürlich schon sehr ungewohnt vor solchen Kulissen zu spielen, da wir es komplett anders gewohnt sind. In der zweiten Liga gibt es so viele geile Hallen, wo es natürlich mehr Spaß macht zu spielen, wenn die Tribünen voll sind. Ich denke nur an die Topspiele oder an die Derbys in der s.Oliver Arena. Das ist schon immer was Besonderes.

Die einzelnen Trommeln, die aktuell in den Hallen etwas Stimmung machen helfen da schon etwas. Es ist zumindest nicht komplett ruhig und man kann sich daran etwas hochziehen. In der aktuellen Lage nimmt man alles was möglich ist.

In der zweiten Liga gibt es schon seit beginn der Saison immer wieder Spielabsagen. Seit der Länderspielpause sind diese auch in der Bundesliga angekommen. Wie siehst du die aktuelle Lage?

Komisch ist es auf jeden Fall, wenn Bietigheim erst drei Spiele machen konnte und andere Teams bereits acht Mal gespielt haben. Man fragt sich schon wie das alles nachgeholt werden soll. Der Spielplan von Bietigheim sieht jetzt schon eher aus wie der einer NBA Mannschaft. Das Verletzungsrisiko nimmt bei diesen Belastungen auch enorm zu. Hier muss man auf jeden Fall vorsichtig sein, aber insgesamt kann man schon froh sein, dass man überhaupt spielen darf. Welche Maßnahmen am sinnvollsten wären und wie es in den nächsten Wochen weitergeht müssen wir abwarten. Das liegt nicht in unserer Hand.

Jetzt kommt mit dem VfL Gummersbach ein Topfavorit auf den Aufstieg in Wolfsrevier. Seit dem letzten Spieltag steht der VfL auch an der Tabellenspitze. Wie geht ihr diese Partie an?

Das wird natürlich eine brutal schwere Aufgabe für uns. Der Kader vom VfL strotzt nur so vor individueller Qualität. Wie werden vor allem in der Abwehr voll draufgehen müssen und müssen versuchen schnelle Gegenstoß-Tore zu erzielen. Die kurze Vorbereitungszeit nach dem Auswärtsspiel in Wilhelmshaven macht das Ganze natürlich nicht einfacher. Doch wir sind immer in der Lage gegen jeden in der Liga zu gewinnen und deswegen können wir definitiv selbstbewusst in diese Begegnung gehen. Wenn wir alles reinwerfen und die Partie lange offenhalten können, dann ist vielleicht auch eine Überraschung möglich.

 

Lukas Schmitt – 24.11.2020