Vorbericht VfL Lübeck-Schwartau
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Interview Julian Sauer
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v.li.: Trainer Ceven Klatt (DJK Rimpar Wölfe) gibt Anweisungen, gestikuliert, mit den Armen gestikulieren, gives instructions, gesticulate, 21.10.2020, Würzburg, 2. Handball-Bundesliga, DJK Rimpar Wölfe - ASV Hamm-Westfalen

Wölfe verlieren umkämpftes Spiel in Lübeck

Knappe Niederlage nach langer Führung

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An diesem Freitag herrschte eine gespenstige Leere in der sonst mit über 2000 Zuschauern besetzten Hansehalle in Lübeck. Aufgrund der Coronapandemie musste nun auch der VfL sein erstes Geisterspiel austragen. Es entwickelte sich wie erwartet ein Spiel mit zwei starken Defensivreihen. Die Rimparer Wölfe lagen lange in Führung, doch in der Schlussphase agierten die Hausherren abgeklärter, während die Gäste sich nicht für einen starken belohnen konnten. Mit einer knappen 23:21 Niederlage im Gepäck mussten die Wölfe ihre Heimreise nach Würzburg antreten. 

Die Mannschaft von Trainer Ceven Klatt fand gut in die Partie. Torhüter Marino Mallwitz konnte im ersten Spiel gegen seinen Jugendclub direkt den ersten Ball entschärfen. Linksaußen Tommy Wirtz verwandelte in den ersten beiden Angriffen zwei Siebenmeter souverän und brachte sein Team nach drei gespielten Minuten somit mit 0:2 in Führung.

Nun kamen aber auch die Rückraumschützen des VfL in Fahrt. Jan Schult mit einem Doppelschlag und Niels Versteijnen glichen die Partie nach fünf Minuten bereits wieder aus. Trotz einer ungewohnten Kulisse war es von Beginn an ein sehr umkämpftes Spiel. Auf beiden Seiten tat man sich gegen den 6:0-Deckungsverband sehr schwer und so entwickelte sich in den ersten zehn Minuten beim Spielstand von 5:5 eine ausgeglichene Begegnung. 

Angeführt von einem bärenstarken Marino Mallwitz, der am Ende auf über 36% gehaltene Bälle kommen sollte, schafften es die Gäste sich etwas abzusetzen. Man bespielte den Gegner geduldig und bestach durch eine hohe Effektivität bei den herausgespielten Chancen. Steffen Kaufmann erhöhte nach 17. Spielminuten auf 6:9 und brachte seine Farben erstmals mit drei Toren in Führung. Diesen Vorsprung konnten die Wölfe bis zur Halbzeit verteidigen und so ging man mit einem 10:13 in die Kabinen.

Marino Mallwitz lieferte eine starke Partie gegen seinen ehemaligen Verein. – Foto: Frank Scheuring/foto2press

 

Wölfe bringen Führung nicht ins Ziel

Die ersten nach der Pause gehörten ebenfalls den Gästen aus Mainfranken. Steffen Kaufmann und Benedikt Brielmeier brachten zusammen mit einer weiteren Mallwitz-Parade die Fünf-Tore-Führung für die Gäste. Doch die Blau-Weißen aus Lübeck hielten ihrerseits mit drei Treffern in Folge dagegen. Linksaußen Thees Glabisch erzielte das 13:15 in der 36. Spielminute.

Doch auch von diesem Zwischenspurt ließen sich die Männer um Kapitän Patrick Schmidt nicht beirren. Die Abwehr stand weiterhin sehr kompakt und vorne fand man gute Lösungen, die mit Torerfolgen gekrönt werden konnten. Benedikt Brielmeier erhöhte mit einem platzierten Schlagwurf wieder auf 14:18.

Nun kamen die Hausherren aber immer weiter heran und dem Wolfsrudel schienen die Kräfte zu schwinden. Jetzt war es Dennis Klockmann, der immer häufiger Würfe entschärfen konnte und so seine Abwehrreihe schier unüberwindbar werden ließ. Die Führung der Wölfe war in der 55. Spielminute aufgebraucht als Niels Versteijnen erstmals ausgleichen konnte. Das Spiel stand jetzt auf der Kippe und beide Mannschaften hatten Chancen hier beide Punkte mitzunehmen. Doch der VfL Lübeck-Schwartau nutzte diese Möglichkeiten konsequenter aus und sicherte sich so einen Heimsieg vor Geisterkulisse. Mit der Schlusssirene fiel der 23:21 Endstand, der auf der einen Seite für großen Jubel und auf der anderen Seite für große Enttäuschung sorgte.

 

Letztlich mussten die Wölfe die Heimfahrt ohne Punkte antreten – Foto: Frank Scheuring/foto2press

 

Nächste Chance gegen den Wilhelmshavener HV 

Die couragierte Leistung der Wölfe hätte etwas mehr verdient gehabt, doch man hat es verpasst sich selbst zu belohnen. Wenn man etwas abgezockter agiert hätte in den letzten 15 Minuten wäre vielleicht etwas mehr drin gewesen. Bereits in der nächsten Woche geht es wieder in Richtung Norden zum Wilhelmshavener HV.

Auch dieses Spiel wird sehr schwierig werden, da der Gegner alles andere als ein normaler Aufsteiger ist. Mit großen Ambitionen war man in die Saison gestartet und mit hohen finanziellen Mitteln sollte die Mannschaft sich direkt in der zweiten Liga etablieren. Doch einige Probleme im Hintergrund des Vereins ließen eine Ungewissheit aufkommen ob der WHV überhaupt Spiele bestreiten kann. Mit drei Siegen und zwei Niederlagen zeigte man dann, dass man nicht nur spielen kann, sondern auch unter den schwierigen Umständen eine gute Rolle in dieser Liga spielen möchte.

Für die Wölfe bleibt jetzt ausreichend Zeit, um die Niederlage gegen den VfL aufzuarbeiten und sich auf den nächsten Gegner zu fokussieren. Dann soll bereits am Samstag der nächste Anlauf auf einen doppelten Punktgewinn unternommen werden.

Bleiben Sie gesund! Alle zusammen und Alles für die Wölfe!

 

Michael Schulz – 15.11.2020