Spielbericht
HC Elbflorenz
29. Februar 2020
Vorbericht
Heimspiel gegen den TV Hüttenberg
3. März 2020

Im Visier


TV Hüttenberg

Die Stadt

Die Gemeinde besteht aus knapp 11.000 Einwohnern und existiert in dieser Form nach diversen Zusammenschlüssen erst seit 1968. Das Örtchen ist zu finden zwischen den Städten Wetzlar, Butzbach und Gießen und ist südlich der Lahn in Mittelhessen gelegen.

Der Name Hüttenberg geht allerdings bis ins Mittelalter zurück, als in der Region ein bewaldeter Höhenrücken existierte, worauf man der Überlieferung nach Gerichtsversammlungen abgehalten hatte. Auch das Wappen der Gemeinde zeigt diesen grünen Hügel mit seinen Bäumen und stellt die Waage als Zeichen der Justiz dar. In Hüttenberg befinden sich vier von sechs Handkäseproduzenten Mittelhessens ansässig. Der Bezug zum Käse spiegelt sich auch im Verein wieder.
 
Liqui Moli 2. Handball-Bundesliga, DJK Rimpar Wölfe - TSV Bayer Dormagen

Der Ex-Hüttenberger Patrick Schmidt ist mittlerweile Kapitän bei den Wölfen. - Foto: Frank Scheuring/Foto2Press

 
Der Verein

Denn seit knapp einem Jahr versucht das Maskottchen „Rollo“ bei den Heimspielen des TV die Stimmung einzuheizen. Rollo verkörpert dabei einen Handkäse, welcher als Bezugspunkt zur Region und deren Traditionen fungiert. Der TV in seiner heutigen Form existiert seit 1969, als die beiden Vereine TV Horchheim (1905 gegründet) und der TV Hörnsheim (1907 gegründet) zum TV 05/07 Hüttenberg fusionierten.

Die erfolgreichste Zeit der Vereinsgeschichte geht zurück, bis in die 70er Jahre. 1972 stieg man in die damals noch zweigleisige Bundesliga auf, wurde 1974 sogar Meister der Bundesliga Süd. 1977 sowie 1978 konnte man im DHB-Pokal jeweils das Finale erreichen und qualifizierte sich damit zur Teilnahme am Europapokal 1978/1979. Als Gründungsmitglied der eingleisigen Bundesliga hielt man die Klasse noch bis 1985. In den 90er-Jahren war es dann der Lokalrivale von der HSG Wetzlar, welche den TVH überflügelte und zum Aushängeschild der Region wurde.

Nach einer Phase, in der man gar bis in die Regionalliga zurückmusste, kam 2004 der Aufstieg in die 2. Bundesliga zustande. Sowohl 2011, als auch 2017 gelangen noch zwei Gastspiele in der 1. Bundesliga, welche jeweils nur von kurzer Dauer waren. Dazwischen lag ein Abstieg in die Drittklassigkeit, wodurch der TVH das Kunststück vollbringen konnte, von der dritten Liga den direkten Durchmarsch in die 1. Bundesliga zu vollziehen, was zuvor noch keiner anderen Mannschaft in der eingleisigen 2. Bundesliga gelungen war.
 
Visier Hüttenberg

Der Verein aus Mittelhessen hat eine beeindruckende Tradition in Handballdeutschland. - Foto: Frank Scheuring/Foto2Press

 
Die Mannschaft

Der TV Hüttenberg hat, ebenso wie die Wölfe, vor der Saison einen Trainerwechsel vollzogen. Emir Kurtagic zog es nach fast zwei Spielzeiten zum Ligakonkurrenten TuS Nettelstedt-Lübbecke. Er hatte beim damaligen Bundesligaaufsteiger übernommen, als der damalige Trainer Adalsteinn Eyjolfsson zum HC Erlangen wechselte. Im ersten Zweitligajahr nach dem Abstieg aus dem Handballoberhaus führte er sein Team ins gesicherte Mittelfeld. Nachfolger ist nun der 30-jährige Frederick Griesbach. Seine vorige Trainerstation war der VfL Pfullingen. Dort hatte er in der Saison 18/19 den Bundesligisten Eulen Ludwigshafen aus der ersten DHB-Pokal Runde geworfen. Griesbach gilt als Verfechter der 3:2:1-Deckung, die in Hüttenberg seit Jahren gespielt wird.

Der Kader des TVH ist auch im zweiten Zweitligajahr nach dem Abstieg weiterhin sehr gut besetzt. Mit Markus Stegefelt und Dieudonne Mubenzem sind die beiden Halbposition hochkarätig bestückt. Auf der Rückraummitteposition ziehen Tomas Sklenak und Björn Zintel die Fäden. Sklenak bringt viel Ruhe ins Spiel der Hessen und hilft der Mannschaft mit seiner ganzen Erfahrung extrem weiter. Der 24-jährige Björn Zintel ist in dieser Saison Toptorschütze seines Teams. Mit bereits 124 Toren steht er aktuell auf Platz fünf der Torschützenliste. Im Tor verfügt man über einiges an Bundesligaerfahrung. Nicolai Weber kam aus Wetzlar und stabilisiert seitdem die Deckung mit seinen Paraden.

von Michael Schulz -02.03.2020

 

ECHT - WILD - TREU - GIERIG