Wölfe kämpfen mit Leidenschaft
von Lukas Schmitt
Dezimiertes Wolfsrudel zeigt großen Einsatz und muss sich der SG Regensburg mit 31:33 geschlagen geben
Es war ein Abend, an dem für die Wölfe Würzburg vieles gegen sie sprach. Mit zahlreichen Ausfällen, angeschlagenen Spielern und kurzfristigen Umstellungen ging die Mannschaft von Trainer Dragos Oprea in das bayerische Duell gegen die SG Regensburg. Am Ende mussten sich die Wölfe dem Aufsteiger in der heimischen tectake ARENA mit 31:33 (13:16) geschlagen geben. Trotz der Enttäuschung über die erste Heimniederlage der Saison zeigte das Wolfsrudel über weite Strecken Moral, Kampfgeist und großen Zusammenhalt.
Schwierige Voraussetzungen vor dem Anpfiff
Die personelle Situation hatte sich in den Tagen vor dem Spiel zunehmend zugespitzt. Während Florian Schmidt, Jonas Krenz und Filip Begic verletzungsbedingt fehlten, mussten Michel Reitemann und Alexander Merk krankheitsbedingt passen. Hinzu kamen mehrere Spieler, die selbst noch nicht wieder vollständig fit waren.
Tim Bauder, Anton Beck, Mika Wittmann und Neil Sommerkorn konnten erst am Freitag wieder ins Mannschaftstraining einsteigen. Nach ihrer krankheitsbedingten Pause fehlte ihnen damit wichtige Trainingszeit, um sich optimal auf die Begegnung vorzubereiten. Dass sie dennoch Verantwortung übernahmen und sich in den Dienst der Mannschaft stellten, unterstreicht den Einsatz des gesamten Teams.
Um überhaupt ausreichend Spieler zur Verfügung zu haben, rückten zusätzlich sechs Akteure aus der zweiten Mannschaft in den Kader. Auch Felix Karle kehrte kurzfristig noch einmal auf das Spielfeld zurück. Der ehemalige Kapitän hatte seine aktive Karriere eigentlich beendet, erklärte sich aber bereit, seine früheren Mannschaftskollegen in dieser schwierigen Situation zu unterstützen.
Auch taktisch waren kreative Lösungen gefragt: Da sämtliche Kreisläufer ausfielen, übernahm Milan Kütt, der normalerweise auf Linksaußen zum Einsatz kommt, eine ungewohnte Rolle. Unter diesen Voraussetzungen war klar, dass die gewohnten Abläufe nicht von Beginn an perfekt funktionieren würden.
Wolfsrudel findet zunehmend Sicherheit
In der Anfangsphase machten sich die zahlreichen Umstellungen bemerkbar. Im Angriff fehlte zunächst die gewohnte Abstimmung, wodurch die Wölfe einige Chancen liegen ließen und Regensburg leichte Vorteile verschaffen konnten. Die Defensive hielt dagegen und verhinderte, dass die Gäste frühzeitig entscheidend davonzogen.
Mit zunehmender Spielzeit fanden die Würzburger besser in die Begegnung. Die Mannschaft stellte sich auf die ungewohnte Konstellation ein und entwickelte sich immer mehr zu einem ebenbürtigen Gegner. Beide Teams lieferten sich einen offenen Schlagabtausch, in dem die Wölfe trotz der schwierigen Ausgangslage immer wieder eigene Akzente setzen konnten.
Dennoch gelang es den Gästen, sich bis zur Pause einen kleinen Vorsprung zu erarbeiten. Beim Stand von 13:16 ging es für das Wolfsrudel in die Kabine.
Bauder gibt den Ton an – Regensburg nutzt seine Chancen
Nach dem Seitenwechsel zeigten die Wölfe direkt, dass sie sich noch lange nicht geschlagen geben wollten. Tim Bauder übernahm Verantwortung, trieb seine Mitspieler an und brachte Würzburg mit seinem Treffer zum 16:17 wieder in Schlagdistanz.
In dieser Phase war zu spüren, dass die Mannschaft trotz aller Widrigkeiten an ihre Chance glaubte. Regensburg fand jedoch Antworten auf die Würzburger Bemühungen und nutzte eine Schwächephase der Gastgeber, um sich erneut abzusetzen. Vier Treffer in Serie brachten die Gäste zwischenzeitlich deutlicher in Führung und zwangen Trainer Dragos Oprea beim Stand von 17:21 zur Auszeit.
Doch das Wolfsrudel gab sich nicht auf. Mit großem Einsatz kämpften sich die Würzburger zurück in die Partie und hielten den Rückstand in Grenzen. Vor allem in der Schlussphase wurde deutlich, dass die Mannschaft trotz der personellen Probleme unbedingt noch etwas Zählbares mitnehmen wollte.
Bis zum Schluss alles versucht
Die Wölfe machten es noch einmal spannend. In der Schlussviertelstunde verkürzten sie den Rückstand Schritt für Schritt und blieben bis in die letzten Minuten hinein in Reichweite. Beim Stand von 30:31 war die Partie vier Minuten vor dem Ende wieder völlig offen.
Die Chance auf den ganz großen Endspurt war da: Nach einer wichtigen Parade von Sebastian Klein hätte Jona Reidegeld den Rückstand weiter verkürzen können, traf jedoch nur den Pfosten. In der entscheidenden Phase fehlte den Gastgebern damit auch das nötige Quäntchen Glück.
Regensburg brachte seinen knappen Vorsprung schließlich über die Zeit. Nach 60 Minuten stand eine 31:33-Niederlage auf der Anzeigetafel. Bester Würzburger Torschütze war Tim Bauder mit elf Treffern, darunter sechs sicher verwandelten Siebenmetern. Jona Reidegeld steuerte sechs Tore bei, während Maximilian Franke viermal erfolgreich war.
Enttäuschung über das Ergebnis – Mut für die kommenden Aufgaben
Natürlich schmerzt die Niederlage gegen den Aufsteiger. Gerade vor heimischem Publikum hatten sich die Wölfe mehr vorgenommen. Gleichzeitig muss die Partie unter Berücksichtigung der außergewöhnlichen personellen Situation betrachtet werden. Fünf Ausfälle, mehrere Spieler nach krankheitsbedingten Pausen und kurzfristige Umstellungen erschwerten die Aufgabe erheblich.
Dass die Mannschaft unter diesen Umständen bis in die Schlussminuten um ihre Chance kämpfte, verdient Anerkennung. Die Wölfe bewiesen Zusammenhalt, nahmen den Kampf an und ließen sich auch von zwischenzeitlich deutlicheren Rückständen nicht entmutigen. Am Ende fehlten Kleinigkeiten, um sich für diesen Aufwand zu belohnen.
Für das Wolfsrudel gilt es nun, die Partie aufzuarbeiten und den Blick nach vorne zu richten. Entscheidend wird sein, wie sich die personelle Situation in den kommenden Tagen entwickelt und welche Spieler bis zum nächsten Spiel wieder zur Verfügung stehen.
Nächste Aufgabe wartet bereits
Viel Zeit zum Durchatmen bleibt den Wölfen nicht. Bereits am kommenden Sonntag, 25. Oktober, um 17 Uhr steht das nächste Heimspiel in der tectake ARENA an. Dann empfängt das Wolfsrudel den TSB Schwäbisch Gmünd.
Mit der Unterstützung der eigenen Fans und hoffentlich einer entspannteren Personalsituation wollen die Wölfe die nächste Gelegenheit nutzen, um wieder Punkte einzufahren. Die Niederlage gegen Regensburg ist ein Rückschlag – der gezeigte Kampfgeist macht jedoch Mut für die kommenden Aufgaben.
Wölfe: Klein, Wittmann – Kohlmann, Vucetic 1, Reidegeld 6, Römer, Mauch 2, Kütt 3, Bauder 11/6, A. Beck 2, Karle 1, Hörner, Sommerkorn 1, Schweitzer, Franke 4, Lützel.
Regensburg: Wieser, Kaiser – Sehnke 1, Weikl 8/2, Wuka 2, Weber 1, Dude 2, Brüning-Wolter,Rümmelein 1, Schmidt 2, Domuratzki, Dettenthaler, S. Simbeck 14, J. Simbeck 2, Wilsdorf.
Zeitstrafen: 3:7 Siebenmeter: 6/6 - 2/2 Zuschauer: 1325
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