Wölfe belohnen sich beim Spitzenreiter nicht
von Lukas Schmitt
Die Wölfe Würzburg haben sich beim HC Oppenweiler/Backnang deutlich verbessert präsentiert, mussten sich dem Tabellenführer am Mittwochabend dennoch mit 35:31 (14:14) geschlagen geben. Nach einer engagierten ersten Halbzeit hielt das Wolfsrudel die Partie lange offen, machte im zweiten Durchgang jedoch zu viele Fehler, um den Favoriten noch stärker unter Druck zu setzen.
Nach der enttäuschenden Leistung am vergangenen Wochenende wollten die Wölfe beim Spitzenreiter eine Reaktion zeigen. Und die Mannschaft von Dragoș Oprea lieferte: In der gut gefüllten MURRTAL-ARENA entwickelte sich eine intensive Begegnung, in der die Wölfe dem favorisierten HCOB über weite Strecken auf Augenhöhe begegneten. Am Ende fehlte jedoch die nötige Konsequenz, um sich für den eigenen Auftritt zu belohnen.
Starke Reaktion nach schwierigem Start
Die Gastgeber erwischten zunächst den besseren Start und setzten sich früh auf 6:2 ab. Doch das Wolfsrudel ließ sich davon nicht aus dem Konzept bringen, fand zunehmend besser in die Begegnung und arbeitete sich Tor um Tor heran. Vor allem über Tim Bauder und Jona Reidegeld entwickelten die Wölfe im Angriff viel Druck.
In der 15. Minute brachte Luis Franke seine Mannschaft erstmals mit 9:8 in Führung. Auch danach blieb die Partie umkämpft. Zwar gelang es dem HCOB zwischenzeitlich wieder, sich einen kleinen Vorsprung zu erarbeiten, doch die Wölfe hielten dagegen und ließen den Tabellenführer nicht davonziehen.
Ein wichtiger Rückhalt war dabei Torhüter Sebastian Klein, der mit zahlreichen Paraden überzeugte und seine Mannschaft gerade in der Anfangsphase im Spiel hielt. Die Wölfe nutzten die gewonnenen Bälle, um den Rückstand aufzuholen und die Partie offen zu gestalten. Kurz vor der Pause gelang schließlich der verdiente Ausgleich zum 14:14.
Damit hatte das Wolfsrudel nach dem schwierigen Beginn eine starke Reaktion gezeigt und sich eine gute Ausgangslage für die zweite Halbzeit erarbeitet.
Zu viele Fehler in den entscheidenden Momenten
Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Begegnung zunächst eng. Doch mit zunehmender Spieldauer gelang es den Gastgebern, sich wieder Vorteile zu verschaffen. Während der HCOB seine Chancen konsequenter nutzte, ließen die Wölfe in wichtigen Situationen Möglichkeiten liegen.
Vor allem der eingewechselte Torhüter Dave Hörnig stellte die Mannschaft von Dragoș Oprea vor Probleme. Mit mehreren starken Paraden nahm er den Wölfen klare Torchancen und gab seiner Mannschaft damit entscheidende Impulse. Gleichzeitig fehlte den Wölfen im Angriff phasenweise der letzte Mut, um die sich bietenden Möglichkeiten konsequent auszuspielen.
So setzte sich Oppenweiler/Backnang um die 40. Minute erstmals wieder deutlicher ab. Beim 18:20 aus Sicht der Wölfe war die Partie zwar weiterhin offen, doch in der Folge wuchs der Rückstand auf vier Treffer an.
Trotzdem gab sich das Wolfsrudel nicht auf. Die Mannschaft kämpfte weiter, suchte ihre Chancen und hielt den Anschluss. Auch in der Schlussphase gelang es den Wölfen, offensiv Akzente zu setzen. Doch immer dann, wenn die Möglichkeit bestand, den Rückstand entscheidend zu verkürzen, verhinderten Fehlwürfe oder Unkonzentriertheiten eine noch spannendere Schlussphase.
Der HCOB spielte seine Führung letztlich routiniert herunter und sicherte sich mit dem 35:31 den siebten Sieg in Folge. Für die Wölfe blieb trotz einer über weite Strecken überzeugenden Leistung die Erkenntnis, dass gegen den Spitzenreiter mehr möglich gewesen wäre.
Dragoș Oprea: „Wir hätten hier gewinnen können“
Auch wenn das Ergebnis am Ende nicht zugunsten der Wölfe ausfiel, zeigte sich die Mannschaft im Vergleich zum vergangenen Wochenende deutlich verbessert. Gegen den Tabellenführer stimmten Einsatz, Kampfgeist und über weite Strecken auch die spielerische Leistung. Um einen solchen Gegner zu schlagen, braucht es allerdings Konstanz über die gesamte Spielzeit.
Trainer Dragoș Oprea sah deshalb eine verpasste Chance: „Es war ein spannendes Spiel. Wir haben in den entscheidenden Phasen, in denen wir dran waren, zu viele Fehler gemacht. Wir haben zu viel verworfen und wir haben vorne nicht mutig gespielt.“
Auch in der Defensive fehlte phasenweise die notwendige Stabilität, um die gefährlichen Rückraumspieler des HCOB dauerhaft unter Kontrolle zu halten. Die 21 Gegentreffer nach der Pause waren letztlich zu viel, um den Tabellenführer ernsthaft in Bedrängnis zu bringen.
Dennoch kann das Wolfsrudel aus dieser Begegnung positive Aspekte mitnehmen. Die Reaktion auf den Auftritt am vergangenen Wochenende war deutlich erkennbar. Die Wölfe haben gezeigt, dass sie auch gegen die Spitzenmannschaften der Liga mithalten können. Nun gilt es, die Fehlerquote zu reduzieren und die gezeigte Leistung über 60 Minuten konstant auf die Platte zu bringen.
Wölfe: Klein, Wittmann – Vucetic 3, Reidegeld 6, Mauch, Begic 2, Kütt, Bauder 9/3, Beck 5, Sommerkorn, Reitemann 1, Edelmann, Franke 4, Merk 1.
HCOB: Hörnig – Mönch 6, Mayer, Buck 5, Kiesewalter, de Sousa, Klingler 9/5, Wipf, Rauh, Szuharev 8, Erifopoulos 5/1, Soos 2.
Zeitstrafen: 2:2 Siebenmeter: 6/8 - 3/3 Zuschauer: 900
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