U23: Spielbericht SG Helmbrechts/Münchberg
von Marcel Skirde
SG Helmbrechts/Münchberg – SG DJK Rimpar II 28. Februar 2026
Tabellenvierter gegen Tabellenzweiter – schon vor Anpfiff war klar, dass die Auswärtsaufgabe bei der SG Helmbrechts/Münchberg alles andere als ein Selbstläufer werden würde. Das Hinspiel hatte Rimpar zwar knapp für sich entschieden, doch diesmal wartete eine ganz andere Herausforderung: ungewohnte Bedingungen ohne Harz, eine heimstarke Mannschaft und eine Halle, in der es erfahrungsgemäß extrem schwer zu bestehen ist. Die Jungwölfe waren gewarnt – und bekamen genau das Spiel, das die Tabellensituation versprach.
Von Beginn an entwickelte sich eine intensive und phasenweise sehr schnelle Partie. Beide Mannschaften suchten früh den Weg nach vorne, das Spiel lebte von direkten Abschlüssen und konsequentem Druck auf die Abwehrreihen. Schon früh wurde deutlich, dass die Defensivreihen an diesem Abend nicht das bestimmende Element sein würden. Das unterstreicht allein der Blick auf das Endergebnis – beinahe 80 Tore sprechen eine klare Sprache.
Rimpar erwischte den etwas besseren Start und lag über weite Strecken der ersten Halbzeit in Führung. Doch wirklich absetzen konnten sich die Jungwölfe nicht. Die Gastgeber hielten konsequent dagegen, blieben stets in Schlagdistanz und nutzten jede kleine Nachlässigkeit. Die größte Führung betrug lediglich drei Treffer – mehr ließ die SG Helmbrechts/Münchberg nicht zu. Es war ein Spiel auf Messers Schneide, umkämpft in jeder Phase, intensiv in jedem Zweikampf. Mit einer knappen Zwei-Tore-Führung ging es schließlich in die Kabine – ein kleines Polster, aber keineswegs beruhigend in einer Partie, die jederzeit kippen konnte.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Begegnung völlig offen. Helmbrechts/Münchberg fand immer wieder Lösungen im Angriff und schaffte mehrfach den Ausgleich. Vor allem aus Rimparer Sicht war die Abwehr an diesem Abend nicht auf dem gewohnten Niveau. Immer wieder gelang es den Gastgebern, Lücken zu finden und zu einfachen Treffern zu kommen. Doch eines gelang ihnen nicht, selbst in Führung zu gehen. Die Jungwölfe behielten stets hauchdünn die Nase vorne, verpassten es jedoch, sich entscheidend abzusetzen, sodass die Partie auf eine dramatische Schlussphase zusteuerte.
20 Sekunden vor dem Ende stand es Unentschieden. Die Halle kochte, alles war angerichtet für eine letzte, nervenaufreibende Aktion. Rimpar nahm die finale Auszeit, sammelte sich und spielte den letzten Angriff konsequent aus. Der Ball landete bei Tyler Grömling, der Verantwortung übernahm, entschlossen zum Tor zog und eiskalt verwandelte – Führung, 39:38. Die verbleibenden Sekunden verteidigten die Jungwölfe mit allem, was sie hatten, dann war Schluss. Auswärtssieg. Ein Tor Vorsprung. Zwei immens wichtige Punkte.
Es war ein Spiel, das alles bot: Intensität, Emotionen und Spannung bis zur letzten Sekunde. Keine Mannschaft konnte sich entscheidend lösen, jede Phase war hart umkämpft. Gerade in solchen hitzigen und schwierigen Situationen zeigt sich, wie sehr eine Mannschaft im Laufe einer Saison gewachsen ist.
Und genau das konnten die Jungwölfe an diesem Abend unter Beweis stellen. Die Defensive stand zwar nicht immer stabil, der Druck von den Rängen war deutlich spürbar und die Partie hätte jederzeit kippen können – dennoch bewahrte das Team in den entscheidenden Momenten einen kühlen Kopf. Das unterstreicht die Entwicklung dieser Mannschaft. Sie ist gereift, gefestigt und in der Lage, enge Spitzenspiele in fremder Halle mit Ruhe und Entschlossenheit für sich zu entscheiden.
Am kommenden Wochenende wartet bereits die nächste wichtige Aufgabe auf die Jungwölfe. In eigener Halle empfängt die SG DJK Rimpar II den TV Marktsteft. Aus dem Hinspiel ist noch etwas gutzumachen – damals trennte man sich mit einem Unentschieden. Vor heimischem Publikum soll diesmal nichts anbrennen. Ziel ist klar, die zwei Punkte sollen in der DJK-Halle bleiben. Gleichzeitig bietet die Partie die Chance zu zeigen, wie deutlich sich die Mannschaft seit dem ersten Aufeinandertreffen weiterentwickelt und stabilisiert hat.
SG Helmbrechts/Münchberg – SG DJK Rimpar II 20:22 (38:39)