Saisonstart Jungwölfe U23

von DJK-Rimpar

Greatness comes from joy

Großartige Dinge entstehen aus Freude – und warum der Trainer am Ende mehr gelernt hat als seine Spieler

 

Ouvertüre

Aufstieg in die Regionalliga. Endlich.

Nach einem harten Abstiegsjahr und zwei langen Jahren in der Oberliga Nord –teilweise sogar harzfrei – sind wir zurück. Dort, wo wir glauben, dass wir hingehören. Wir wollen diesen Erfolg nicht größer machen, als er für den Verein ist. Für einen Club, der zweimal in die 3. Liga aufgestiegen ist und zehn Jahre in der 2. Bundesliga gespielt hat, ist ein Aufstieg in die Regionalliga kein historischer Meilenstein.

Für uns persönlich war er es trotzdem.

Nicht, weil wir zwei Jahre darauf hingearbeitet haben. Sondern weil einige von uns seit 15 Jahren gemeinsam auf diesen Moment hingearbeitet haben.

Mit vielen Spielern verbindet uns eine Reise, die bei den Minis begann. Gemeinsam haben wir Achtelfinals um die Deutsche Meisterschaft gespielt, dreimal die Jugendbundesliga erreicht und unzählige Stunden in der Halle verbracht. Hoffentlich haben wir den Jungs auf diesem Weg einiges mitgegeben. Ich verweise hierfür auf den Bericht zu den Jungwölfen und dem Zitat von Ted Lasso:

“It’s about helping these young fellas be the best version of themselves on and off the field.”

“Es geht darum, diesen jungen Männern dabei zu helfen, die beste Version ihrer selbst zu werden – auf und neben dem Spielfeld.”

Aber wenn ich ehrlich bin, haben wir Trainer mindestens genauso viel gelernt.

Seit 15 Jahren frage ich mich fast täglich, was gutes Training eigentlich ausmacht. Wie entwickelt man junge Spieler? Wie bringt man eine Mannschaft voran? Wie wird aus Talent Erfolg? Eine endgültige Antwort habe ich bis heute nicht. Ich habe wahrscheinlich eher hundert Wege gefunden, wie es eben nicht perfekt funktioniert. Eine Sache haben mir unsere Jungs in den letzten beiden Jahren allerdings beigebracht:

Greatness comes from joy.

Ein life lesson, den uns unsere Spieler gelehrt haben. Unsere größte Stärke war nicht unser Spielsystem. Nicht unsere Athletik. Nicht einmal unser Trainingsumfang – obwohl wir vermutlich mehr trainiert haben als viele andere Mannschaften der Liga. Unsere größte Stärke war die Freude.

Die Freude am gemeinsamen Handball. Die Freude daran, Zeit miteinander zu verbringen. Im Training. Beim Aufwärmen. Nach den Spielen. Auf Auswärtsfahrten. Beim Grillen. Beim Padel. In der Bombe. Überall dort, wo aus Mitspielern Freunde wurden. Genau das war und ist unser größter Wettbewerbsvorteil.

Vor vielen Jahren stand über einem Bericht unserer Minis die Überschrift:

„Spaß muss ich haben, sonst mach ich nicht mit.“

Ein Satz aus einem Astrid-Lindgren-Buch. 15 Jahre später würden wir diese Geschichte vermutlich anders überschreiben:

„Spaß muss ich haben, sonst bin ich nicht gut.“

Wer einen sportlichen Rückblick sucht, findet ihn im offiziellen Aufstiegsbericht. Dieser Absatz handelte von etwas anderem. Er handelte davon, warum dieser Aufstieg möglich wurde.

Akt I – Die Vorbereitung

Die Vorbereitung selbst müssen wir niemandem im Detail nacherzählen. Sie bestand aus Schweiß, vielen Hallenstunden und noch mehr Kilometern.

Ein paar Highlights bleiben trotzdem:

  • gemeinsames Trainingslager und Grillabend mit U15, U17 und U19
  • Jungwölfe Padel Cup 2026
  • Rafting in der Imster Schlucht
  • Trainingslager in Pilsen gemeinsam mit der U19
  • rund 15 Testspiele mit U23 und U21

Sportlich hatten wir drei klare Ziele.

Erstens: unser Profil schärfen und vor allem defensiv den nächsten Schritt machen.

Zweitens: unsere 2009er an den Männerbereich heranführen. Alle Neuzugänge kommen aus der eigenen Jugend. Darauf sind wir besonders stolz. Deshalb haben wir bewusst zusätzliche Testspiele für die U21 organisiert. Viele der U19-Spieler haben dabei schon früh gezeigt, welches Potenzial in ihnen steckt.

Drittens: das bewahren, was uns besonders macht. Greatness comes from joy.

Ansonsten werden 14 Wochen Vorbereitung ganz schön lange. 

Akt II – The Boys Are Back

Jetzt beginnt das eigentliche Abenteuer. 26 Spiele liegen vor uns. Eine Regionalliga, die vermutlich stärker besetzt ist als seit Jahren. Mit Fürstenfeldbruck / den Münchner Panthers kommt ein starker und extrem ambitionierter Absteiger aus der 3. Liga. Erlangen III und Ottobeuren haben sich als Aufsteiger mehr als verdient. Jeder Punkt wird hart erarbeitet werden müssen.

Wir wissen, dass der Klassenerhalt alles andere als selbstverständlich ist, haben aber – das versprechen wir euch – zum Saisonstart alles getan was uns möglich war. Fast alle Spieler unserer U23 haben das Handballspielen in Rimpar gelernt. Es ist nicht eine neue Sandkastengeschichte der nächsten goldenen Generation, es ist unsere eigene Geschichte, die wir seit 15 Jahren zusammen schreiben. Wir freuen uns darauf, wenn auch ihr als Fan, Helfer oder Unterstützer Teil unserer Geschichte werdet. Chapter Jugend: closed, Chapter Oberliga: closed. Wir sind bereit für das nächste Kapitel – Fortsetzung folgt.  

Lieto fine

Eine kleine Anekdote will ich am Ende noch anfügen. Beim Aufstieg der damals ersten Mannschaft – jetzt Wölfe Würzburg – in die Bayernliga vor 20 Jahren hat das halbe Dorf eine ganze Nacht in der Alten Turnhalle gefeiert. 20 Jahre später ist dieser Erfolg sportlich nicht weniger gering einzuschätzen. Aber für unsere Mannschaft fühlt er sich genauso an.

Und vielleicht ist genau das das Schönste am Sport. Nicht die Liga. Nicht die Tabelle. Nicht die Medaille. Sondern die Menschen, mit denen man den Weg dorthin gegangen ist. Danke an jeden einzelnen, der Teil dieser Reise ist.

 

für unsere Jungs

Robin & Bastian

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