Drei Leitwölfe beenden ihre Handballkarriere
von Lukas Schmitt
Die Wölfe Würzburg stehen zum Ende der laufenden Saison vor einem bedeutenden Umbruch: Mit Steffen Kaufmann, Felix Karle und Dominik Schömig werden gleich drei langjährige Leistungsträger und Identifikationsfiguren ihre aktiven Handballkarrieren beenden. Mit ihrem Abschied verliert der Verein nicht nur sportliche Qualität, sondern auch drei Persönlichkeiten, die den Weg der Wölfe über viele Jahre hinweg entscheidend mitgeprägt haben.
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Steffen Kaufmann, 1992 in Lörrach geboren, blickt auf eine lange und erfolgreiche Karriere zurück. Seine handballerische Laufbahn begann beim ESV Weil am Rhein, ehe er über das Leistungszentrum Großwallstadt den Sprung in den Profibereich schaffte. Stationen beim TV Großwallstadt und TV Kirchzell führten ihn schließlich 2013 nach Rimpar. Dort entwickelte sich der Rückraumspieler über mehr als ein Jahrzehnt hinweg zu einer tragenden Säule der Mannschaft, war Leistungsträger, Toptorschütze und Führungsspieler. Auch nach einer schweren Verletzung kämpfte sich Kaufmann eindrucksvoll zurück und prägte das Team sowohl sportlich als auch menschlich.
Steffen Kaufmann erklärt: „Ich beende meine Karriere, um vor allem mehr Zeit mit der Familie zu haben die die letzten Jahre oft zu kurz gekommen ist. Zudem werde ich meine berufliche Laufbahn weiter voran treiben, wobei ich meine Arbeitsstunden aufstocken werde. Außerdem macht mir mein Knie weiter Probleme und das als Gesamtes macht es mir einfach zu sagen es ist genug bis hierhin. Es war eine größtenteils schöne und erfolgreiche Reise, die mit diesem Verein einmalig war. Ich hoffe das der Verein die richtigen Leute findet, um wieder in die Erfolgsspur zu finden. Jetzt freue ich mich auf die letzten Wochen und auf das, was nach dem Handball kommt.“
„Steffen ist 14 Jahre für die Wölfe aufgelaufen, hat den Aufstieg von der 3. Liga in die 2. Handballbundesliga mitgeprägt und war jahrelang auf Rückraum rechts unser Torgarant. In den 10 Jahren 2. Bundesliga war immer Verlass auf ihn, er hatte keine Verletzungen und hat kein Spiel versäumt. Die letzten beiden Jahre hat Steffen leider mit seinem Kreuzbandriss eine längere Zeit aussetzen müssen und konnte in entscheidenden Spielen nicht wie gewohnt auf dem Platz unterstützen. Wie hoffen, dass er nun die neu gewonnene Zeit mit seiner Familie genießen kann“, so Geschäftsführer Roland Sauer.
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Felix Karle, 2000 in Würzburg geboren, ist ein echtes Eigengewächs und eng mit dem Verein verbunden. Seine handballerische Ausbildung begann bei der HSG Dittigheim/Tauberbischofsheim, bevor er 2015 in die Jugend der DJK Rimpar wechselte. Seit 2017 gehörte der Rechtsaußen durchgehend zum Kader der ersten Mannschaft und entwickelte sich zu einer verlässlichen Größe auf seiner Position. Neben dem Hallenhandball feierte Karle auch im Beachhandball große Erfolge und gewann mit der deutschen Nachwuchs-Nationalmannschaft unter anderem den Europameistertitel in der U18. Über Jahre hinweg stand er für Einsatz, Identifikation und Bodenständigkeit im Wolfsrudel.
„In den letzten 11 Jahren durfte ich ein Teil der „Wölfe-Familie“ werden und gemeinsam mit euch wahnsinnig schöne und prägende Momente erleben. Hier habe ich die Möglichkeit erhalten, mit den Aufgaben zu wachsen, sowohl sportlich, aber vor allem auch menschlich. Dafür bin ich dem gesamten Verein, dem Umfeld und allen Wegbegleitern extrem dankbar. Hinter allen Erfolgen steckt aber auch ein hoher Aufwand und viel Verzicht. Deshalb ist es nun für mich an der Zeit ein schönes Kapitel zu schließen, um Platz für neue Erfahrungen und Herausforderungen zu schaffen. Doch ich werde jederzeit mit Freude und Stolz auf meine Zeit im Wolfsrevier zurückblicken und im Herzen immer ein Wolf bleiben.“, so Karle.
Geschäftsführer Roland Sauer bedauert: „Felix Entscheidung kam für uns alle überraschend, jung, erfolgreich und ein Gesicht der Wölfe. Er hat für sich entschieden, sich auf sein Lehramtstudium zu konzentrieren und auf Handball zu verzichten. Als Kapitän ist er ein wichtiges und wertvolles Bindeglied zwischen Mannschaft, Trainer und Verantwortlichen. Gerne hätten wir ihn überzeugt auch weiterhin für die Wölfe aufzulaufen, aber wir verstehen und respektierten seine Entscheidung nach so vielen Jahren seinen Fokus außerhalb des Feldes zu legen und Freizeit für sich zu haben. Wir freuen uns, ihn auch neben dem Platz in der Halle zu sehen.
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Auch Dominik Schömig, geboren 1994 in Würzburg, wird seine aktive Laufbahn beenden. Der Linksaußen ist eines der prägendsten Eigengewächse der Vereinsgeschichte: Er durchlief sämtliche Jugendmannschaften der DJK Rimpar und blieb dem Verein über seine gesamte Karriere hinweg treu. Über viele Jahre hinweg war er fester Bestandteil der ersten Mannschaft und sowohl in der 2. Handball-Bundesliga als auch in der 3. Liga im Einsatz. Zu seinen größten sportlichen Erfolgen zählen der Aufstieg in die 2. Handball-Bundesliga sowie der Kampf um den Aufstieg in die 1. Liga in der Saison 2016/2017. Als Spieler aus den eigenen Reihen verkörperte Schömig die Werte des Vereins in besonderem Maße und war ein wichtiges Vorbild für den Nachwuchs.
Dominik Schömig sagt: „Der Verein hat mich nicht nur sportlich, sondern auch menschlich geprägt. Besonders die Mitspieler, die Fans, die Verantwortlichen und die vielen freiwilligen Helfer haben diese Zeit für mich unvergesslich gemacht. Dafür bin ich von Herzen dankbar. Trotzdem habe ich für mich entschieden, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, um neue Prioritäten zu setzen und mich auch außerhalb des Handballs neuen Herausforderungen widmen möchte. Bis zum Saisonende werde ich alles geben, um mit der Mannschaft einen erfolgreichen Abschluss zu erreichen, und ich freue mich darauf, diesen gemeinsam am 08.05. zu feiern.“
Geschäftsführer Roland sauer erklärt: „Domi, der seit den Minis bei der DJK und dann bei den Wölfen spielt, wird nach vielen Jahren seine Handball Karriere an den Nagel hängen. Domi beendet nach der laufenden Saison seine einzigartige Karriere als Spieler bei den Wölfen. Mit ihm verlässt eine der prägenden Identifikationsfiguren der Wölfe das Handballfeld. Unser Mister-Zuverlässig und Allrounder, ist auf allen Positionen, ob außen oder Rückraum, einsetzbar und hat immer mit der notwendigen Übersicht und Ruhe. Ein Spiel ohne Domi ist für die Wölfe kaum vorstellbar, umso schwerer fällt der Abschied.“
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Die Wölfe Würzburg wünschen den drei Spielern für ihren weiteren Weg – sportlich wie privat – nur das Beste.
Für Rückfragen:
Tim Wunderling (tim.wunderling@wolfsrevier.de)
Pressesprecher Wölfe Würzburg