Aufholjagd vor toller Kulisse

von Lukas Schmitt

 

Was für ein Handballabend in der tectake Arena: Die Wölfe haben sich vor 1932 Zuschauenden mit 26:25 (13:18) gegen die Zweitvertretung des TV Bittenfeld 1898 durchgesetzt und dabei im zweiten Durchgang eine eindrucksvolle Moral bewiesen. Nach einer sehr unglücklichen ersten Halbzeit drehte die Mannschaft von Heiko Karrer die Partie mit einer deutlichen Leistungssteigerung nach dem Seitenwechsel und sicherte sich zwei ganz wichtige Punkte im Kampf um die Aufstiegsrunde.

Die Begegnung startete zunächst ausgeglichen. Nach einem schnellen Rückstand, arbeiteten sich die Wölfe in die Partie und gingen zwischenzeitlich mit 5:4 in Führung. Doch im Anschluss übernahmen die Gäste mehr und mehr die Kontrolle. Im Angriff lies man zu viele Chancen liegen und in der Abwehr fehlte der entscheidende Zugriff, was es Bittenfeld ermöglichte, sich bis zur Pause auf 13:18 abzusetzen.

Bereits in der 26. Minute hatte Trainer Heiko Karrer reagiert und mit Mika Wittmann einen 19-Jährigen ins Tor beordert. Eigentlich als dritte Option im Kader eingeplant und sonst in der zweiten Mannschaft im Einsatz, erhielt der Youngster früh seine Chance – und blieb auch nach dem deutlichen Halbzeitrückstand zwischen den Pfosten. Das Vertrauen zahlte sich aus. Mit zunehmender Spieldauer gewann Wittmann an Sicherheit, profitierte von einer nun deutlich stabileren Abwehr vor sich und strahlte immer mehr Ruhe aus.

Der Schlüssel zum Erfolg lag in der zweiten Halbzeit klar in der Defensive. Die Wölfe ließen nach dem Seitenwechsel nur noch sieben Gegentreffer zu und kämpften sich Tor um Tor heran. Ballgewinne und konsequent ausgespielte Angriffe brachten die Gastgeber zurück ins Spiel. In der Schlussphase avancierte Wittmann endgültig zum Faktor, als er unter anderem einen Siebenmeter entschärfte und so einen noch deutlicheren Rückstand verhinderte.

Neben dem starken Rückhalt im Tor überzeugte vor allem Steffen Kaufmann im Rückraum. Der 33-Jährige zeigte seine bislang beste Leistung seit seiner Verletzungspause. Mit sechs Treffern war er nicht nur erfolgreichster Werfer seiner Mannschaft, sondern überzeugte auch als Taktgeber im Angriff. Immer wieder traf er kluge Entscheidungen und setzte Mitspieler gekonnt in Szene.

In der 55. Minute gelang den Wölfen erstmals wieder die Führung, die sie in einer dramatischen Schlussphase mit viel Leidenschaft verteidigten. Als der letzte Wurf der Gäste abgewehrt war und die Sirene ertönte, kannte der Jubel keine Grenzen mehr. Die Mannschaft feierte ihren jungen Torhüter, der mit seiner Leistung maßgeblichen Anteil an der erfolgreichen Aufholjagd hatte.

Mit dem knappen 26:25-Erfolg verteidigen die Wölfe Rang Drei in der 3. Liga Süd und bleiben im Rennen um die Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga. Erneut bewies das Team, dass es auch in engen Spielen die Nerven behält – diesmal dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung, eines überragenden Youngsters im Tor und eines routinierten Führungsspielers im Rückraum. Und trotz des ganzen Jubels, muss vor allem die erste Halbzeit des Spiels aufgearbeitet, denn nicht immer wird es möglich sein, im zweiten Durchgang so ein Comeback auf die Platte zu bringen.


 
STATISTIK ZUM SPIEL
 

Wölfe: Klein, Bogojevic, Wittmann – Krenz, Schömig 1, Reidegeld, Karle 3, J. Mauch 1, Kaufmann 6, Bauder 4/2, Längst 2, Szuharev 4, Reitemann 1, Grömling, Franke 4, Merk.

Bittenfeld: Lehmann, Starkloff – Behling, Uskok, Eckert, Eberle, L. Mauch 8, Winger, Widmaier 8, Dugandzic, Bischoff 1, Gutic, Seiz 2/2, Lucas 6, Wissmann.

Zeitstrafen: 1:3 Rot: - Siebenmeter: 2/2 - 3/2 Zuschauer: 1932

Spielfilm: 0:2 (3.), 5:4 (9.), 5:8 (13.), 7:11 (17.), 12:14 (24.), 13:18 (30.), 19:20 (39.), 19:23 (43.), 24:23 (55.), 26:25 (60.).

 

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von Lukas Schmitt - 23.02.2026

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