Herren 2: Vorbericht Bayreuth
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Interview
Julian Sauer
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Interview


Mit Christian Graber


Servus Christian. Du bist der Leiter Organisation der Wölfe. Seit ungefähr 1.5 Jahren bist du jetzt unter anderem für die Geschäftsstelle zuständig. Wie kam der Kontakt nach Rimpar zu Stande?
Hallo! Mein ehemaliger Mitbewohner meiner WG in Bayreuth hatte Kontakt nach Rimpar, weil er bei der Ausrichtung des Charity-Days unterstützt hatte. Er gab mir die Information, dass bei den Wölfen tatkräftige Unterstützung gesucht wird. Einen Tag später habe ich mit Roland Sauer telefoniert und wiederum einen Tag darauf saß ich erstmals in der Geschäftsstelle für erste Sondierungsgespräche. Nach ein paar Folgeterminen waren wir uns soweit einig. Roland hat mich schnell von dem tollen Projekt hier überzeugen können. Mit meiner eigenen Verbindung zu dieser Region und den Sport war es für mich eine tolle Möglichkeit, hier arbeiten zu dürfen und gleichzeitig eine große Herausforderung. Nun bin ich hier und ich habe es noch keinen Moment bereut - auch wenn es viel zu tun gibt.

Du hast deinen Master of Science in Sportökonomie gemacht und hast vor deinem Engagement in Rimpar bei der SpVgg Greuther Fürth gearbeitet. Was kannst du aus dieser Zeit mitnehmen? Wie groß ist der Unterschied zwischen Handball und Fußball?
Auf der einen Seite gibt es viele Unterschiede zwischen Handball und Fußball – sowohl in Bezug auf den Sport selbst, als auch in wirtschaftlicher Hinsicht – auf der anderen Seite sind da auch so viele Parallelen und Synergien, gerade in der Arbeit innerhalb eines Sportclubs. Was ich bei der Spielvereinigung oder auch anderen Fußballclubs gesehen und gelernt habe, versuche ich nun natürlich bei den Wölfen umzusetzen. Generell kann der Handball in seinen Strukturen viel vom Fußball lernen, auch aufgrund der teilweise abstrusen Summen in dieser Sportart ist der Fußball einfach weiter. Das müssen wir im Handball akzeptieren und versuchen, unseren eigenen Weg einzuschlagen und uns dabei vielleicht auch die ein oder andere Sache abzuschauen.

Ein ganz großes Thema aus deinem Bereich sind natürlich die Ticketverkäufe. Welche Aktionen gibt es da von Seiten der Wölfe um den Verkauf anzukurbeln? Wie zufrieden bist du mit den aktuellen Zuschauerzahlen?
Klar, die Fans und Zuschauer sind das Fundament des Vereins. Sie helfen uns sportlich weiter, indem sie unsere Mannschaft unterstützen und sie sorgen mit ihrer Anwesenheit auch dafür, dass sich Sponsoren attraktiver platziert sehen – und generell macht der Sport mit einer gefüllten Halle auch viel mehr Spaß. Daher ist es eines meiner größten Anliegen, die Halle möglichst voll zu bekommen. Aus diesem Grund bin ich auch alles andere als zufrieden mit den aktuellen Zuschauerzahlen, da bin ich ganz ehrlich. Das hat dieses Jahr mit dem ernüchternden Dauerkartenverkauf begonnen und hat sich die ersten Heimspiele noch nicht gelegt – dem wollen wir natürlich entgegenwirken. Wir machen uns deshalb intern viele Gedanken über Aktionen, um die Verkaufszahlen wieder anzuheben. Demnächst sollen wieder verstärkt Studenten angesprochen werden, wir wollen aber auch für unsere weiblichen Zuschauer neue Anreize schaffen. Wir sind auch immer sehr hellhörig bei Ideen von außerhalb, nehmen uns Feedback sehr zu Herzen und sind dankbar dafür.

Für die Spieler der Wölfe steht am Wochenende immer ein Spiel als Abschluss der Trainingswoche an. Beschreibe uns doch bitte Mal deinen Wochenablauf vor einem Heimspiel. Was gehört am Spieltag selbst zu deinen Aufgaben?
Da geht es uns in der Geschäftsstelle ähnlich wie den Sportlern auf dem Parkett. In der Woche vor dem Heimspiel werden oft noch allgemeine Vorkehrungen für den Spieltag selbst getroffen, um dann am Heimspiel im Idealfall perfekt vorbereitet zu sein. Das funktioniert nie komplett, so dass auch immer der ein oder andere Handgriff noch am Spieltag getätigt werden muss. Langweilig wird uns in der Halle nicht. Ansonsten diene ich als Ansprechpartner für alles rund um den Spieltag und versuche wo es geht behilflich zu sein. Zusätzlich werden vor und nach dem Heimspiel auch immer wieder Gespräche mit Sponsoren gesucht, um auch in Kontakt mit ihnen zu bleiben. Da wir generell ein tolles Verhältnis zu unseren Partnern pflegen, entstehen auch aus diesen Dialogen an den Spieltagen stets neue Ideen, wie wir die Wölfe gemeinsam voranbringen können. Dieser Austausch ist für mich sehr wichtig.

Die wirtschaftliche Situation der Wölfe wird häufig sehr kritisch beäugt, wenn man in die Zukunft schaut. Gerade wenn es um Sponsoren und Geldgeber in der stark umkämpften Sportregion Würzburg geht, sieht es hinsichtlich des Etats schwierig aus. Welche Einschätzung kannst du uns zu dieser Situation geben?
Unbestritten wird unser Etat nicht dem gerecht, was unser Wolfsrudel auf der Platte zeigt. Diese Diskrepanz gilt es für uns in der Geschäftsstelle möglichst zu verringern, oder gar zu schließen. Es muss unser Ziel sein, dass wir uns mittelfristig stark genug aufstellen, um sportlich noch größere Ziele anstreben zu können. Daran arbeiten wir sehr hart, weil wir eben in der Würzburger Sportlandschaft den beiden anderen Vereinen auf manchen Ebenen noch nicht das Wasser reichen können. Wir wissen allerdings um unsere Stärken und versuchen zeitgleich Schwachpunkte zu minimieren, um uns der Sponsorenlandschaft auch weiterhin attraktiv zu präsentieren. Durch kontinuierliche und zuverlässige Arbeit kommen wir peu a peu voran und diese Entwicklung müssen wir weiterhin forcieren.

Circa ein Viertel der Saison ist gespielt. Einige Heimspiele liegen schon hinter den Wölfen. Gib uns doch einen Ausblick in die Zukunft. Was ist geplant und worauf können sich die Wölfefans freuen?
Kurzfristig dürfen sich die Wölfefans natürlich wieder auf ein tolles Frankenderby gegen den HSC Coburg freuen. Das verspricht im Voraus schon Brisanz und wird wieder ein Highlight dieser Saison. Dann freuen wir uns dieses Jahr auf die beiden Weihnachtsspiele, die wir endlich wieder austragen dürfen. Für diese beiden Partien wollen wir uns auch die ein oder andere Idee einfallen lassen. Auf jeden Fall werden wir ein Weihnachtsangebot zusammen mit unserem neuen Ausrüster kreieren. Und generell sehe ich eine sehr spannende Saison auf uns zukommen. Ich gehe davon aus, dass unsere Wölfe an ihrer Punkteausbeute vor allem im Wolfsrevier feilen werden. Dennoch wird aus meiner Sicht bis zum Schluss jedes Spiel spannend, weil diese Liga kaum ausgeglichener sein könnte. Mit dem verschärften Abstieg wird sich vermutlich sehr lange kein Team sicher fühlen können, uns inbegriffen. Lange Rede kurzer Sinn: Wir freuen uns auf 15 ausstehende Heimspiel in der s.Oliver- Arena, in denen es um sehr viel gehen wird.

von Michael Schulz - 26.10.2018