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Vorbericht


TuS Ferndorf


Nach nur einem Jahr in der Drittklassigkeit kommt der TuS Ferndorf zurück in die 2. Bundesliga und gastiert nun, am 8. Spieltag, im Wolfsrevier. Sicherlich keine leichte Aufgabe für das Rudel, denn der Gast hat bereits in dieser noch so jungen Saison für reichlich Furore gesorgt. Aktuell positionieren sich die Siegerländer auf dem dritten Tabellenplatz.

In der Spielzeit 2016/2017 trafen die beiden Teams zuletzt aufeinander. Damals mit dem jeweils besseren Ende für unsere Wölfe. In der Hinrunde jener Saison konnte das Rudel sich kurz vor Weihnachten mit 30:27 selbst beschenken. Das Rückspiel am 36. Spieltag wurde allerdings zu einer Zerreißprobe und nichts für schwache Nerven. Damals – im Aufstiegskampf unserer Mannschaft – lag das bereits abgestiegene TuS Ferndorf mit 16:12 vorne. Die Wölfe schienen bis zum Seitenwechsel recht ratlos, allerdings fand Trainer Obinger offensichtlich die richtigen Worte: Aufgrund einer deutlichen Leistungssteigerung drehten die Wölfe das Spiel und fuhren nach dem 29:26 zwei wichtige Punkte ein.

Die Karten sind nun neu gemischt
Dazwischen liegt mittlerweile mehr als eine komplette Spielzeit, viel hat sich seitdem getan. Auch die Vorzeichen haben sich ein wenig geändert. Während unsere Wölfe nach wie vor eine gute Rolle in der 2. Bundesliga spielen wollen, aber eine erste Durststrecke bewältigen müssen, hat sich zumindest aktuell das Blatt für den TuS absolut zum Positiven gewendet. Der damalige Abstieg wurde durch den direkten und verlustpunktfreien Wiederaufstieg vergessen gemacht, den Start in die neue Saison haben die Nordrhein-Westfalen mehr als furios gestaltet. Die Mannschaft hat sich gefunden und ist zu einer kompakten Einheit verschmolzen. Nicht zu unrecht spricht man bei den Siegerländern auch von der Mannschaft der Stunde.

Spitzenteams zur Laufkundschaft degradiert
Holte man am 1. Spieltag beim Mitaufsteiger TV Großwallsatdt noch einen Zähler, gastierte in der zweiten Partie der ambitionierte VfL aus Lübeck. Doch das Spitzenteam hatte in der „Stählerwiese“ nichts zu lachen. Mit zehn Toren Differenz wurde die Mannschaft von der Ostsee weggefegt. Auch der zweite Aufstiegsaspirant, der in Ferndorf vorstellig gewesen ist, konnte nichts Zählbares mitnehmen, kam allerdings etwas glimpflicher davon: Mit 31:26 war unser Gast von der Vorwoche, der ASV Hamm, in Ferndorf unterlegen. Auch das dritte Heimspiel gegen Elbflorenz entschied man für sich. Beeindruckende Ergebnisse für einen Liganeuling.

Daheim eine Macht, Auswärts auch erfolgreich
Neben diesen beeindruckenden Heimsiegen gegen absolute Spitzenteams liegt beim TuS ebenso eine positive Auswärtsbilanz vor. Nach dem eingangs erwähnten Remis in Großwallstadt feierte das Team aus dem Siegerland gegen den Mitaufsteiger HSV einen Auswärtssieg, musste sich aber in Balingen bei der ersten Saisonpleite geschlagen geben. In Dessau siegte man am vergangenen Wochenende wieder. Unter dem Strich stehen damit beachtenswerte 11:3 Punkte und für die Wölfe die Gewissheit, dass mit diesem Aufsteiger nicht zu spaßen ist. Es kommt eine schwere Aufgabe auf das Team von Obinger zu.

Wölfe haben es selbst in der Hand
Die Mannschaft aus Ferndorf wird sicherlich mit breiter Brust ins Wolfsrevier reisen, die bisherigen Ergebnisse sorgen für das nötige Selbstvertrauen. Die Aufstiegseuphorie konnte direkt in wichtige Punkte umgemünzt werden. Deshalb gilt es für unser Rudel, diesen Flow bei den Gästen zu durchbrechen und die eigenen Stärken zu demonstrieren. Die Auswärtspleite in Balingen war sicherlich nicht förderlich für das Selbstvertrauen unserer Mannschaft, aber ein angeschossener Wolf ist in der Regel der Gefährlichste. Das Wolfsrevier soll diesen Samstag wieder zu einer Festung werden, dazu braucht es alleridngs auch die Unterstützung von den Rängen. Gegen Ferndorf müssen unsere Wölfe zeigen, wie viel Biss sie haben, dann klappt es auch mit dem ersten Heimsieg, der bereits in dieser frühen Phase enorm wichtig wäre.

von Christian Graber - 05.10.2018