Visier
TUSEM Essen
1. November 2019
Vorbericht
ThSV Eisenach
6. November 2019

v.li.: Julian Sauer (DJK Rimpar Wölfe), Rolando Urios Gonzalez (TuSEM Essen), Steffen Kaufmann (DJK Rimpar Wölfe), Michael Schulz (DJK Rimpar Wölfe), Lukas Böhm (DJK Rimpar Wölfe), Max Brustmann (DJK Rimpar Wölfe), 03.11.2019, Würzburg (Deutschland), 2. Handball-Bundesliga, DJK Rimpar Wölfe - TuSEM Essen


Spielbericht


TuSEM Essen



Von Beginn an hat der TuSEM Essen gezeigt, wer an diesem Abend der Favorit in der s.Oliver-Arena war. Es ist das zweite Spiel der Wölfe innerhalb von vier Tagen gewesen, nach dem Heimsieg gegen Konstanz am vergangenen Donnerstag. Die Heimmannschaft fand zu keinem Zeitpunkt in die Partie und musste sich letztlich verdient mit 26:33 dem Tabellenführer aus Essen geschlagen geben. Essen konnte die Fehler der Wölfe immer wieder konsequent bestrafen und irgendwann wurde die Partie auch zur Kraftfrage, weil erneut drei Spieler verletzt passen mussten. Trotzdem versuchten die Wölfe immer wieder heranzukommen und auch wenn dies nicht gelang, wurde dieser Einsatz von den Zuschauern mit langem Applaus nach der Partie honoriert.

 
 
Erste Hiobsbotschaft schon vor dem Spiel

Bereits vor der Partie mussten die Wölfe den ersten Tiefschlag einstecken: Lukas Siegler musste, nach einer am Donnerstag gegen Konstanz erlittenen Verletzung, unter Schmerzen das Warmmachen abbrechen und konnte an diesem Tag nicht eingesetzt werden. Die Mannschaft von Trainer Ceven Klatt wollte über Kampf und Emotionen in die Partie finden und so dem Tabellenführer aus Essen Parolie bieten. Dies gelang nur annähernd in den Anfangsminuten des Spiels. Offensiv agierte man mit guten Kreuzbewegungen und stellte die Abwehr des TuSEM vor Probleme. Benedikt Brielmeier konnte zweimal die Führung der Gäste ausgleichen und erzielte mit zwei wuchtigen Rückraumwürfen die ersten beiden Treffer seines Teams. Nach sieben Minuten konnte Dominik Schömig per Siebenmeter sogar die 3:2 Führung erzielen.

Doch in der Folge häuften sich die Fehler und Essen kam immer besser ins Tempospiel. In der elften Spielminute schloss Jonas Ellwanger einen 0:5-Lauf der Gäste ab und zwang Ceven Klatt zu seiner ersten Auszeit. Mittlerweile hatte die Wölfe bereits die zweite Hiobsbotschaft des Abends erreicht, denn Patrick Gempp, der am Donnerstag erst sein Comeback gefeiert hatte, fiel mit einer Verletzung an der Wade aus. In der Folge konnte das Rudel noch zweimal auf drei Tore Rückstand verkürzen, jedoch blieb Essen stabil und die Wölfe fanden weiterhin keinen Zugriff in der Abwehr. Beim Treffer von Justin Müller zum 7:13 nahm Ceven Klatt seine zweite Auszeit, um den Lauf der Essener etwas einzudämmen. Jedoch fand der TuSEM in nahezu jeder Situation die passende Lösung. Tom Skroblien stellte kurz vor der Pause mit seinem Treffer in Überzahl auf 11:17 und schickte beide Mannschaften mit einer deutlichen sechs Tore Führung für den TuSEM in die Kabinen.

Zweite Luft bleibt aus und Essen dominiert

Zu Beginn der zweiten Hälfte wollten die Wölfe nochmals alles versuchen, um diese Partie wieder enger gestalten zu können. Angeführt von Benni Herth, der an diesem Abend gut Regie führte und auch selbst fünf Treffer erzielen konnte, kam man aber nicht näher als fünf Tore heran. Es fehlte in der Abwehr weiterhin am Zugriff und mit längerer Spieldauer schwanden bei den Wölfen auch immer mehr die Kräfte. Als Tim Zechel in der 40. Spielminute mit seinem fünften Tor auf 14:23 erhöhte, war eine Vorentscheidung in dieser Partie gefallen. Die Wölfe gaben weiterhin alles, jedoch stieß man spielerisch und körperlich an die Grenzen und konnte den Essenern nicht viel entgegensetzen.

Das Spiel verlief weiterhin wie in den ersten 40 Minuten: Das Rudel versuchte viel und kam vorne häufig vor das Tor der Essener, aber entweder scheiterte man im Torabschluss an Frederik Genz oder der TuSEM fand direkt im Gegenzug die passende Antwort. Nun wechselte Essen munter durch und spielte das Spiel im Stile einer Spitzenmannschaft herunter. Als das Rudel am Ende noch Chancen hatte, etwas Ergebniskosmetik zu betreiben, vergab man teilweise komplett freie Bälle und so blieb es Jonas Ellwanger vorbehalten, den 26:33 Endstand zu erzielen. Der TuSEM Essen hat gezeigt, dass er zurecht an der Tabellenspitze steht und dass in diesem Jahr mit ihm zu rechnen sein wird, wenn es um die vorderen Plätze in der Tabelle geht.
 
 
Sonderlob für die Unterstützung der Fans

An diesem Abend waren 2.117 Zuschauer in die s.Oliver-Arena gekommen und hatten sicherlich ein umkämpftes Spitzenspiel erwartet. Jedoch war früh zu sehen, dass der TuSEM an diesem Abend die bessere Mannschaft war und trotz aller Bemühungen der Wölfe konnten die zwei Punkte nicht in Würzburg behalten werden. Die Fans feuerten die Mannschaft trotz des hohen Rückstands unermüdlich an und brachten sie so dazu, nicht aufzugeben. Angetrieben von den unglaublichen Fans hatten die Wölfe auch noch die Chance zu verkürzen, jedoch war einfach der Wurm drin. Als die Mannschaft nach dem Spiel dann noch mit stehenden Ovationen verabschiedet wurde, war klar, dass diese Fans einfach zum Team halten - egal wie schwer es auch sein würde.

Man muss ein riesiges Kompliment für diese bedingungslose Unterstützung aussprechen, die in Keinsterweise selbstverständlich ist. Diese Szenen nach dem Spiel haben gezeigt, was das Wolfsrevier ausmacht und wie der Handballsport hier gelebt wird. Die Wölfe sind stolz, solche Fans zu haben und werden in den nächsten Wochen alles geben, um diese Unterstützung mit Siegen zurückzuzahlen. Der Zusammenhalt zwischen Fans und Spielern wird in den kommenden Wochen noch einige Gegner vor große Probleme stellen. Als nächstes geht es für die Wölfe nach Eisenach. Beim ThSV haben schon Teams wie Essen oder der ASV Hamm-Westfalen verloren und somit wäre ein Auswärtssieg der Wölfe auf jeden Fall eine Überraschung. An einem guten Tag und wenn Einstellung sowie spielerische Qualität passen, können die Wölfe aber auch dort die zwei Punkte holen. Das nächste Heimspiel findet am 28. November gegen den VfL Lübeck-Schwartau statt. Ein weiteres Topteam kommt in die s.Oliver-Arena und es wird wieder richtig heiß hergehen. Sichert euch bereits heute eure Tickets und seid dabei!

Statistik:

Wölfe: Brustmann (7 Paraden), Wieser (1 Parade), Schömig 2, Böhm 1, Karle, Gempp, Schmidt 3, Kaufmann 4, Siegler, Schulz 4, Backs, Brielmeier 4, Herth 5, Sauer 3

Essen: Genz (11 Paraden), Bliss (1 Parade), Beyer 8, Ellwanger 7, Gonzalez 1, Akakpo, Ridder 2, Müller 1, Firnhaber 2, Seidel, Klingler 3, Kluth 1, Skroblien 3, Zechel 5

Siebenmeter: 2 /2 / 6 /7

Zeitstrafen: 2 / 2

von Michael Schulz - 03.11.2019

 

ECHT - WILD - TREU - GIERIG