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v.li.: Michael Schulz (DJK Rimpar Wölfe), Dominik Schömig (DJK Rimpar Wölfe), Felix Karle (DJK Rimpar Wölfe), Jan Faith (EHV Aue), Bengt Bornhorn (EHV Aue), Philipp Meyer (DJK Rimpar Wölfe) jubeln, 18.05.2019, Würzburg, DKB 2. Handball-Bundesliga, DJK Rimpar Wölfe - EHV Aue




Spielbericht


EHV Aue


Vor 1408 Zuschauern in der s. Oliver Arena verschliefen die Wölfe komplett die Anfangsphase und lagen früh deutlich zurück. Nach einem Kraftakt in der zweiten Halbzeit endet das Spiel 26:26. Es ist ein Punkt, mit dem letztlich beide Mannschaften leben können.

Wölfe mit fahriger Anfangsphase

Fehlwürfe, technische Fehler und keine Kompaktheit in der Abwehr. Das ist die Beschreibung der ersten 13 Minuten aus Sicht der Wölfe. Auch wenn Aue schon vor dem Spiel so gut wie gesichert war, gaben sie vom Start weg Vollgas. Die Gäste waren immer einen Schritt schneller und aggressiver. Außerdem nutzten sie jeden Fehler der Hausherren sofort aus. Der EHV überrollte die Wölfe regelrecht und führte völlig verdient mit 2:9 nach 13 Minuten per Siebenmeter durch Eric Meinhardt.

Trainer Matthias Obinger reagierte auf die fehlende Durchschlagskraft im Angriff und brachte früh den siebten Feldspieler und diese Maßnahme trug schnell erste Früchte. Die Wölfe spielten nun disziplinierter vorne und konnten so ihrerseits einen 4:0 Lauf starten. Fin Backs erzielte per Gegenstoß trotz Unterzahl das 6:9. Die Wölfe kamen durch die erfolgreichen Angriffe immer besser ins Spiel und so langsam entwickelte sich ein leidenschaftlich geführtes Kampfspiel. Beim 9:12 durch Benni Herth war man fünf Minuten vor der Pause immer noch in Schlagdistanz und man hatte auch Chancen weiter zu verkürzen. Doch eine erneute Schwächephase der Hausherren lud die Gäste aus dem Erzgebirge wieder ein sich abzusetzen. Ein schneller 0:3 Lauf noch vor der Halbzeit, abgeschlossen durch Kreisläufer Bengt Bornhorn, brachte den EHV wieder deutlicher in Front. Patrick Schmidt konnte noch einmal auf 10:15 verkürzen und mit einem geblockten direkten Freiwurf von Eric Meinhardt verabschiedeten sich beide Teams in die Kabinen.

Zweite Halbzeit als absoluter Kraftakt

Mit dem ersten Angriff nach der Pause erzielte Domi Schömig das 11:15 und brachte die Wölfe direkt wieder näher heran. Doch dann wieder der Rückfall in die Anfangsphase der ersten Halbzeit. Man machte wieder einfache Fehler, ließ klare Chancen liegen und lud Aue zu Gegentoren ein. Nach 37 gespielten Minuten lag der EHV nach einem Treffer von Kevin Roch mit 12:18 in Führung.

Der Unterschied zur ersten Halbzeit war jedoch, dass die Wölfe nun mit Körpersprache präsent waren und nicht aufgeben wollten. Angetrieben von den Fans in der s. Oliver Arena gab die Mannschaft alles und kämpfte um jeden Ball. Die Wölfe starteten erneut einen 4:0 Lauf, der nur durch eine Rote Karte gegen Ladislav Brykner in der 39 Spielminute unterbrochen wurde. Kapitän Patrick Schmidt war es dann, der die Hausherren mit seinem Treffer zum 16:18 zurück ins Spiel brachte. Nun war das Spiel wieder völlig offen und es ging ständig hin und her. Beide Abwehrreihen schenkten sich nichts und es war auch eine dementsprechend hart geführte Partie. Nach 47 Minuten erzielte Lukas Böhm zum ersten Mal seit langem wieder den Anschluss zum 19:20 und die Stimmung in der Halle kochte.

Doch die Gäste, angeführt von Eric Meinhardt, blieben cool und spielten weiter ihren Stiefel herunter. Sie ließen sich von der emotional aufgeladenen Stimmung vorerst nicht beeindrucken und setzten sich wieder auf 20:24 ab. Gut acht Minuten vor dem Ende deutete dies schon fast auf eine Vorentscheidung hin. Doch die Mannschaft der Wölfe hatte einen anderen Plan. Es wurde weiter verbissen gekämpft und gearbeitet, um den Rückstand irgendwie wieder aufzuholen. Der in der zweiten Halbzeit eingewechselte Andreas Wieser konnte nun einige Bälle entschärfen, dann ging es schnell nach vorne und man konnte die zweite Welle immer häufiger erfolgreich abschließen. Zwei Minuten vor dem Ende war es Benedikt Brielmeier, der mit dem 25:25 Ausgleich die Arena in ein Tollhaus verwandelte und eine mehr als chaotische Schlussphase einleitete.

Schlussphase nichts für schwache Nerven

Das Spiel war nun völlig offen und konnte zu jeder Zeit in beide Richtungen kippen. Der EHV ist im Angriff und holt einen Siebenmeter plus eine Zeitstrafe gegen Domi Schömig heraus. Den fälligen Siebenmeter verwandelt Eric Meinhardt gewohnt abgezockt und bringt die Gäste wieder mit 25:26 in Front. Mit etwas mehr als einer Minute auf der Uhr starten die Wölfe ihrerseits einen Angriff. Nach einer Kreuzung geht Patrick Schmidt in den Zweikampf und wird im Gesicht getroffen. Auch hier geben die beiden Unparteiischen eine Zeitstrafe und nun können die Wölfe in Überzahl agieren. 45 Sekunden vor dem Ende erspielen die Hausherren für Patrick Schmidt eine freie Wurfchance, doch dieser wirft den Ball über das Tor. Nun werfen die Wölfe alles nach vorne und spielen eine offene Manndeckung. Man kann wirklich einen Fehlpass provozieren und Steffen Kaufmann holt sich den Ball auf Höhe der Mittellinie. Er spielt den Ball nach vorne zu Michael Schulz und dieser wird noch von einem Gegenspieler gestört, aber kann den Ball spektakulär hinter dem Rücken zum 26:26 im Tor unterbringen.
Vier Sekunden vor dem Ende bekommt Aue einen Freiwurf auf Höhe der Mittellinie und schafft es den Rechtsaußen freizuspielen. Der allerletzte Wurf wird jedoch von Andreas Wieser gehalten und damit hatte die Stimmung in der Halle ihren absoluten Höhepunkt erreicht.

Die Wölfe sicherten sich nach einem Spiel, in dem sie häufig schon wie die Verlierer aussahen, einen letztlich doch verdienten Punkt und feierten diesen ausgelassen mit den Fans. Die Stimmung in der Halle war atemberaubend und hat die Mannschaft erneut zu Höchstleistungen angetrieben. Auch der EHV konnte mit diesem Punkt letztlich gut leben, da man so den Klassenerhalt endgültig perfekt machen konnte.

Für die Wölfe geht es diese Woche zum Aufsteiger nach Dormagen. Am 01.06 steht dann das letzte Heimspiel der Saison gegen den Wilhelmshavener HV an. Sichert euch eure Tickets und seid dabei, wenn es zum letzten Mal in dieser Saison heiß her geht im Wolfsrevier!


Wölfe: Max Brustmann (1 Parade), Andreas Wieser (6 Paraden), Dominik Schömig 7, Lukas Böhm 1, Felix Karle, Patrick Gempp, Patrick Schmidt 3, Steffen Kaufmann 1, Philipp Meyer 1, Max Bauer 1, Michael Schulz 2, Fin Backs 2, Benedikt Brielmeier 5, Benjamin Herth 3

Aue: Radek Musil (2 Paraden), Erik Töpfer (11 Paraden, 1 Tor), Rasimas Vilius, Eric Meinhardt 11, Sebastian Naumann, Kevin Roch 7, Pascal Ebert, Bengt Bornhorn 1, Benas Petreikis 1, Dumcius Mindaugas 2, Ladislav Brykner 2, Jan Faith, Jort Neuteboom, Petr Slachta 1, Franz Schauer, Austris Tuminskis

Siebenmeter: Wölfe 4/7, Aue 5 /6

Zeitstrafen: Wölfe 5, Aue 5 (direkte Rote Karte Brykner 39 Spielminute)


von Michael Schulz - 20.05.2019



ECHT - WILD - TREU - GIERIG