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Im Visier


HBW Balingen-Weilstetten


Stadt
Balingen liegt mit seinen etwas mehr als 34.000 Einwohnern im Süden von Baden-Württemberg, circa 70 Kilometer südwestlich von Stuttgart. Erstmalige Erwähnung fand die Gemeinde im Jahr 863, noch als „Balginga“, die Stadtgründung erfolgte 1255. Bei Weilstetten handelt es sich indes um den drittgrößten Stadtteil von Balingen, dessen Wahrzeichen das Zollernschloss ist. Es liegt am angrenzenden Gerberviertel, welches auch liebevoll „Klein-Venedig“ genannt wird.
In der Zeit des nationalsozialistischen Deutschlands wurden in Ortsteilen von Balingen Werke und Außenlager des KZ Netzweiler-Struthof betrieben, um Treibstoff aus Ölschiefer für das „Unternehmen Wüste“ zu gewinnen. Ein weiteres dunkles Kapitel der Stadtgeschichte stammt aus der Epoche der Hexenverfolgung im Mittelalter, deren prominentestes Beispiel die Bürgermeisterwitwe Anna Murschel ist. Die Angeklagte verbrachte während ihres Hexenprozesses nahezu zwei Jahre unter Folter in Untersuchungshaft, wurde später freigelassen, weil sie zu keinem Geständnis zu bewegen war.

Verein
Bei der HBW Balingen-Weilstetten handelt es sich um eine 2002 gegründete Spielgemeinschaft, welche ihre Heimspiele in der gut 2.300 fassenden Sparkassen Arena, welche 2006 erbaut wurde, austrägt. Der „HBW“ stieg direkt nach seinem ersten Jahr nach der Gründung von der Regionalliga in die 2. Bundesliga auf. In der Saison 2005/2006 folgte die Meisterschaft und der damit verbundene Aufstieg in die Beletage Deutschlands. Bis 2017 konnten sich die „Gallier von der Alb“ dort halten, obwohl sie eigentlich bereits 2014 sportlich abgestiegen wären. Nach dieser Spielzeit hatte der HSV keine Lizenz erhalten, weil der Nachweis zur gesicherten wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit nicht erbracht werden konnte. Kurioser Weise bekam der HSV im Nachhinein doch sein Spielrecht von der HBL zugesprochen, sodass der HBW erst über das Landgericht Dortmund mit Erfolg sein Startrecht für das Oberhaus einklagen musste. Nun befindet sich der HBW in seiner zweiten Spielzeit.
Verbindungen zwischen den Baden und den Wölfen gibt es ebenso zu Genüge: Nicht nur der Trainer unsere Gäste, Jens Bürkle, war zuvor bei den Wölfen unter Vertrag und prägte eine Ära, auch der ehemalige Spieler und Geschäftsführer im Wolfsrevier, Daniel Sauer, streifte sich jahrelang das Bundesliga-Trikot der Gallier über.

Mannschaft
In der Defensive wissen die Gallier von der Alb absolut zu überzeugen. Tomas Mrkva, der starke Torhüter aus Tschechien, welcher aufgrund des bevorstehenden Wechsels zum Bergischen HC im kommenden Sommer schonmal sicher im Oberhaus zu sehen sein wird, ist mit seinen Vordermännern sehr gut eingespielt. Die Abwehrreihe ist ohnehin als sehr agil einzuschätzen und versucht, dem Gegner auf den Füßen zu stehen. Den gegnerischen Angriff unterbinden sie häufig und erfolgreich durch offensive Antizipation.
Auf der Gegenseite beruht der Erfolg des Teams auf variablem Angriffsspiel. Die Verletzung von Nationalspieler Martin Strobel konnte mit mannschaftsdienlichem Handball kompensiert werden. Zusätzlich wurde mit Juan de la Pena ein junger Spanier vom SC Magdeburg für die vakante Position auf der Rückraum Mitte geholt. Der HBW schafft es, gegnerische Abwehrreihen geschickt auseinanderzuziehen und damit Lücken für Durchstöße zu schaffen. Weiterhin besitzen die Baden mit Gretarsson und Thomann das womöglich beste Gespann auf Außen in dieser Liga.

Der HBW ist eine der, wenn nicht sogar die stärkste Mannschaft der Liga. Das Team von Bürkle wird eine extrem harte Nuss für die Wölfe, das Rudel ist aber heiß auf solche Herausforderungen und stellt sich gerne der Aufgabe.

von Christian Graber - 12.03.2019


ECHT - WILD - TREU - GIERIG