männliche B-Jugend

„Hab keine Angst vor Perfektion

– du erreichst sie nie...“
Salvadore Dali


Unser Sprachgebrauch ist zu oft geprägt von Superlativen. Größte(r), Beste(r), Schnellste(r). Sie machen aus einer Momentaufnahme einen Dauerzustand. Diese Aussagen haben immer etwas von Endgültigkeit, machen Augenblicke absolut und unbeweglich. So wirken manche dadurch unerreichbar – anderen werden sie nicht gerecht. Sie sind fast immer falsch.

Für mich war es in dieser Saison einer der stärksten Erfahrungen, die ich machen durfte. Seit der D-Jugend betreue ich die Jahrgänge 2002-2004 als Trainer. Das bedeutet, dass viele meiner Spieler seit 2014 jedes Jahr unter meiner Regie trainieren und spielen. Viele dieser Jungs kenne ich sogar noch aus den Minis als ich 2011 mein FSJ gemacht habe. Das sind acht Jahre und fast ein Drittel meines Lebens, in dem wir jede Woche mehrere Stunden gemeinsam in der Halle verbracht haben. Ich hatte die großartige Chance die Spieler in allen diesen Jahren begleiten zu dürfen – ich habe gesehen wie aus den Jungs von damals gestandene Handballspieler wurden – und viele meiner Spieler haben mich von meinen ersten Schritten als Trainer im Leistungssport bis heute begleiten dürfen. Dieser Weg war lange gesäumt von Zweiflern. Am Ende hat die Mannschaft mit vor allem einem geantwortet: Leistung.

Das bringt mich zur vergangenen Saison zurück. Wir sind in der mB-Jugend mit der vielleicht nicht dominantesten Qualifikation in die Bayernliga gerutscht. Überzeugend ist anders. Dem möchte ich nicht widersprechen. Auch nicht, dass der Kader der Bayernligamannschaft sehr klein war. Was die Spieler über die Saison jedoch geleistet haben straft alle Zweifler ab. Am Ende der Saison steht ein starker dritter Platz. Stark vor allem, wenn man sieht mit wie vielen Hürden die Mannschaft in dieser Saison kämpfen musste. Die verletzungsbedingten Ausfälle mehrerer Leistungsträger schlauchten den Kader der B-Jugend zwischenzeitlich so sehr, dass wir mit nur noch neun Spielern (aus fast 30) trainieren konnten. Dass wir in diesen Saisonphasen zweimal den späteren Vierplatzierten aus Niederraunau geschlagen haben, spricht für den Charakter der Jungs. Sie haben über die Saison gelernt, Verantwortung innerhalb der Mannschaft aufzuteilen und für ihre verletzten Teamkollegen einzuspringen. Es war nicht alles Gold, es hat nicht immer alles geglänzt, wir haben es nicht geschafft Coburg und die TVG Junioren zu schlagen. Trotzdem bin ich sehr stolz auf den Charakter, den die Mannschaft in dieser Saison voller Widrigkeiten das Maximum gezeigt hat. Chapeau Männer!

Das bringt mich zurück zu meinen Eingangssätzen. Die wenigsten hatten uns vor der Saison zugetraut diesen Tabellenplatz zu erreichen. Manche Mannschaften wurden schon vor Saisonstart als designierter Meister gehandelt. Am Ende hat Coburg sich dann aber verdient die Meisterschaft geholt. Meistens kommt es anders als man denkt – auch ich habe dieses Saisonergebnis nicht erwartet, an die Fähigkeiten meiner Mannschaft habe ich immer geglaubt. Der Zweifel anderer ist oft bezeichnender für sie als für uns.

Um die vergangene Saison abzuschließen, möchte ich mich vor allem nochmal bedanken: Bei meinen Co-Trainern, Yannic Frenzel und Nils Lawrence, meiner Betreuerin Sabine Finnegan, Tobias Thumm für zahlreiche Videoschnitte zur Spielvorbereitung und vor allem bei meinem Co-Trainer Harun Tucovic für die wertschätzende und lehrreiche Arbeit im letzten Jahr. Von guten Leuten muss man sich das richtige abschauen hat mir mal ein schlauer Mensch gesagt.

...und wie geht es weiter in der B-Jugend. Aus dem Kernkader der mB1 der Saison 2018/19 verbleiben nur fünf Spieler in der Altersklasse. Viele Leistungsträger – vor allem auf den Rückraumpositionen – gehen ihren Weg jetzt in der A-Jugend. Reicht das für die Bayernliga?

Mit unserer ersten Sichtung im Januar 2019 konnten wir für die B-Jugend vier neue Spieler gewinnen: Mo von Keitz von der DJK Waldbüttelbrunn, Mike Siebentritt vom TSV Gunzenhausen, Paul Cisewski vom TSV Rottenburg und Lukas Beran vom TSV Friedberg wechselten nach Rimpar. Unser Auftakttrainingslager und eine gute Leistung beim Biberacher Osterturnier ließen hoffen – bis uns das Verletzungspech wieder im Nacken traf. Mit Maximilian Eberle und Jonas Krenz verletzten sich noch vor dem ersten Turnier unser eingespielter Innenblock. Zeit zum Korrigieren blieb keine. Unsere zukünftigen Internatsschüler standen nur maximal am Wochenende zur Verfügung, vor dem ersten Spiel der ersten Qualifikationsrunde verletzten sich dann auch noch Julian Röthlein und Gabriel Döllinger. Der Weg durch das erste Turnier startete mit einem „Blindflug“. Eine Startaufstellung, die noch nie zusammengespielt hat und ein Trainerteam, das wusste was die starken Individualisten leisten können – aber werden sie auch als Mannschaft funktionieren? Spätestens im Spiel gegen den späteren Bayerligisten und letztjährigen vierten der Bayernliga aus Niederraunau beseitigte die Mannschaft die Sorgen ihres Trainerteams und besiegten das Topteam (das kurz zuvor noch das 8-Bezirketurnier gewonnen hatte) mit 12:18. Der sehr guten Leistung im ersten Turnier folgte eine sehr durchwachsene und spielerisch wenig ansprechende Leistung in der zweiten Qualifikationsrunde. Trotzdem konnte man sich als Tabellenerster für das „Endgame“ in der dritten Runde qualifizieren. Die Anspannung war groß – und ich mag es auch nicht verschweigen – meine Sorgen auch. Ich wusste, dass die höchste Spielklasse für einige unserer Spieler und auch für unseren Verein mandatorisch ist. Mit einer fast fehlerfreien Topleistung, die keine Sekunde an der Bayernligatauglichkeit der Mannschaft zweifeln ließ, besiegte die Mannschaft die Gastgeber aus Regensburg und die HSG Isar-Loisach mit 21:11 und 24:13.

Um die Frage zum Beginn dieses Abschnittes zu klären: Ist die Mannschaft gut genug für die Bayernliga? Defintiv!

Wird es jetzt eine einfache Saison? Nein! Mit Julian Röthlein und Jonas Krenz werden über große Teile der Saison zwei Leistungsträger nicht auf dem Parkett auftauchen, die ich als Spieler und Menschen erstmal schmerzlich vermissen werde. Erneut ist die Bayernliga gespickt mit Topvereinen, allen voran Erlangen und Coburg, aber auch Fürstenfeldbruck und Niederraunau werden ein gewichtiges Wort mitreden wollen. Und wir? Wir werden unser Bestes geben. In erster Linie geht es darum Spieler auszubilden und zu entwickeln. Dass uns das gelingt, zeigt der konstante Erfolg der letzten Jahre, auch wenn es bisher nicht für die großen Titel gereicht hat. In der Rückrunde der vergangenen Saison hatten sich meine Jungs das Ziel „Teilnahme Deutsche Meisterschaft“ gesetzt. Der zweite Platz der Bayernliga berechtigt dazu. Bekanntlich haben wir das Ziel verpasst. Wir müssen lernen größer zu träumen – und unseren Spielern mehr zuzutrauen, ohne dabei die Demut und den Fleiß zu verlieren.

Ich freue mich riesig auf die kommende Saison und die Chance mit dieser Mannschaft arbeiten zu dürfen!
Bastian Krenz

Spiel- und Entwicklungsplattform

Unter diesem Motto startete die mB2-Jugend mit einer Mischung aus Spielern der C-Jugend und dem jüngeren Jahrgang der mB-Jugend in die Saison 2018/19. Da auch die mB2, gebeutelt vom Verletzungspech, in der vergangenen Saison oft nur einen schmalen Kader zur Verfügung hatte verlief die Saison in der ÜBOL schlechter als erhofft. Gerade in der Rückrunde konnten wir oft nur mit Minimalbesetzung antreten. Der 6. Tabellenplatz spiegelt damit am Ende auch die Leistung und partiell auch das eingebrachte Engagement der Spieler wider. Die Möglichkeiten, um in der oberen Tabellenhälfte zu landen, wären prinzipiell aber da gewesen. Die Verletzungsrückschläge der gesamten B-Jugend machten einen konstanten und eingespielten Kader gerade gegen Saisonende aber unmöglich.

In der Saison 2019/20 sollte alles besser werden. Mit einem 31-Mann Kader ist unsere B-Jugend in die Vorbereitung auf die Qualifikationsturniere 2019 gestartet. Wie schon im Bericht der mB1 aufgezeigt, dünnte sich der Kader in der Vorbereitung auf die Qualifikationsturniere schnell wieder aus. Durch die Ausfälle von gleich mehreren Spielern vor dem ersten Turnier konnte unsere mB2 erneut nur mit einem kleinen Kader antreten und verpasste in der ersten Runde Landesligaqualifikation denkbar knapp die nächste Runde. Nachdem man sich dann in der zweite Runde souverän für die BOL qualifizieren konnte, war klar, dass mit etwas weniger Verletzungspech die Qualifikation für die Landesliga möglich gewesen wäre.

In der Saison 2019/20 soll die mB2 erneut vor allem als Spielplattform dienen, um C-Jugendliche an das deutlich körperlichere Spiel in der B-Jugend zu gewöhnen, jüngeren B-Jugendlichen mehr Verantwortung auf entscheidenden Positionen zu geben und auch den Breitensportbereich abzudecken.

Um für mehr Kontinuität auf der Trainerbank zu sorgen, wird Tobias Thumm in der kommenden Saison die Verantwortung für die mB2-Jugend übernehmen. Trainingseinheiten und Vorbereitung wird, wie schon in der Vergangenheit, Hand-in-Hand mit der mB1 vollzogen werden, da auch Spielkonzeption und -Idee identisch bleiben. Wir alle freuen uns auf die kommende Saison!

Für die mB2- Jugend
Bastian Krenz