Bayernliga C-Jugend
Souveräne Leistung gegen Schlusslicht TSV Friedberg
14. März 2017
Vorbericht
Zu Gast bei Freunden
17. März 2017

Zum Derby ist angerichtet



So mancher Lohrer Handballer wird noch voller Euphorie an jenen Aprilsamstag im Jahr 2011 zurückdenken, als man die SG DJK Rimpar, wie sie offiziell noch in der Bayernliga geführt werden musste, in der Dreifachsporthalle mit 30:28 niederrang. Klar, Rimpar stand damals bereits als Aufsteiger in die 3. Liga fest und die Lohrer hatten nichts mehr zu verlieren, kurzum, es ging um nichts mehr, aber dennoch brachte es nach dem Spiel einer der Lohrer Akteure auf den Punkt: Egal, Hauptsache gegen Rimpar gewonnen. So geht eben Derby!


Seitdem hat sich einiges getan. Während einige der Rimparer Akteure von damals sich mittlerweile anschicken, am Aufstieg in die stärkste Liga der Welt zumindest zu schnuppern, ging es für die Lohrer in den Folgejahren erst einmal in die andere Richtung. Tiefpunkt war da sicher der Abstieg in die fünfte Liga, ein Umstand, an dem die Rimparer mit zwei Siegen nicht so ganz unbeteiligt waren, auch wenn es sich mittlerweile um die Bundesligareserve handelte, die sich in Bayerns höchste Liga hinaufgearbeitet hatte. Doch danach ging es für den TSV Lohr unter seinem neuen Trainer Bernd Becker wieder bergauf. Hochüberlegen sicherte man sich in der letzten Saison den Aufstieg und trat mit ziemlich viel Rückenwind das neuerliche Abenteuer Bayernliga an. Aber dass hier die Trauben ziemlich hoch hängen, war dann eine neuerliche, Euphorie-bremsende Erfahrung. Auch wenn mit Bohuslav Zelenyi ein Erfolgsgarant von seinem Ausflug zur DJK Waldbüttelbrunn zurückkehrte und man sich als Aufsteiger mit 5:3 Punkten erst einmal ordentlich Respekt verschaffte, waren es ausgerechnet wieder die Rimparer, die mit einem 24:25-Erfolg in Lohr zum Spielverderber avancierten und damit eine Negativserie von insgesamt 5 Niederlagen einleiteten.

Mittlerweile haben sich die Becker-Schützlinge den 11. Platz sichern können, der einen Wiederabstieg deutlich unwahrscheinlicher werden lässt, und zudem Unterhaching als direktem Konkurrenten beim letzten Heimspiel zwei immens wichtige Punkte weggenommen und so dafür gesorgt, dass die Münchner in Reichweite bleiben. Auch kann man davon ausgehen, dass sie ihr Selbstbewusstsein nach zuletzt immerhin 6:4 Punkten ordentlich aufpoliert haben. Es wird also nicht einfach für die Jungwölfe werden, denn Lohr ist mit Sicherheit keine Laufkundschaft, die kampflos Punkte irgendwo liegenlässt. Insbesondere auf Bohuslav Zeleny sowie Ferdinand und Jannik Schmitt wird man ein Auge haben müssen, waren es doch diese drei, die allein für 80 Prozent aller Tore im Hinspiel verantwortlich waren.

Andererseits hat die Truppe von Trainer Jens Ullmann hinlänglich belegen können, dass sie mittlerweile auch mit den favorisierten Teams der Bayernliga mithalten kann. So hatte man am letzten Wochenende jene Mannschaft aus Friedberg, die noch vor einigen Jahren in der dritten Liga mitspielte und ausgerechnet im Aufstiegsjahr der Wölfe in die zweite Liga diesen den bayrischen Pokal wegschnappte, in deren Halle in einem beeindruckenden Schlussspurt quasi auf der Zielgeraden mit 25:26 niederringen können und sich, nun punktgleich mit den Augsburgern, den 6. Tabellenplatz gesichert. Ein beeindruckender Sieg zweifellos, jedoch kein Anlass in Hybris zu verfallen, denn von Platz zwei bis neun geht es in der Liga eng zu, so dass gerade Heimniederlagen äußerst schmerzhaft sein dürften. Jens Ullmann wird das seine dazu tun, eine solche zu verhindern, bleibt zu wünschen, dass es auch seine Spieler so angehen.

Das Publikum jedenfalls kann sich auf ein spannendes Derby einstellen. Und da bei einem solchen Derby bekanntlich andere Gesetze herrschen, wäre es gut, wenn sich die Jungwölfe auf eine kampfbetonte Partie einstellen, schon allein, um den Rimparer Zuschauern ein Deja-vu zu ersparen.