Nachruf auf Ernst Reitzenstein
12. November 2017
Damen 1:
Erster Sieg im neunten Spiel
13. November 2017

Punkterfolg beim Tabellenzweiten

SG BBM Bietigheim vs. DJK Rimpar Wölfe 26:26 (8:15)

(at) Wer Mitte Oktober, als man bei den Wölfen die sogenannten Big-Five ausgerufen hatte und damit die fünf schweren bevorstehenden Spiele in Wilhelmshaven, Lübeck-Schwartau und Bietigheim sowie die beiden Heimspiele gegen die Erstligaabsteiger BHC und Balingen meinte, prognostiziert hätte, dass man mit einem positiven Punktekonto diese Phase überstehen könnte, wäre wohl eher milde belächelt worden. Noch nie hatte man in Wilhelmshaven, Lübeck oder Bietigheim auch nur einen Punkt ergattern können. Und dass die beiden Liga-Schwergewichte BHC und Balingen kaum zu nehmende Hürden sein würden, davon gingen die meisten bei allem Optimismus doch auch wohl eher aus. Also keiner hätte ein großes Wehklagen anstimmen dürfen, wenn man tatsächlich mit völlig leeren Händen dagestanden wäre. Doch am Ende hatte man immerhin 6 Punkte einfahren können, davon 5 in fremden Hallen, ein Ergebnis, das allen Respekt verdient.

Auch der jüngste Punkterfolg beim Tabellenzweiten Bietigheim gehörte zu den eher am wenigsten erwarteten Ausbeuten. Es wäre also aller Grund zum Jubeln gewesen, doch wieder war man sich am Ende nicht sicher, ob man weinen oder lachen sollte. Klar, Benjamin Herth hatte in den letzten 10 Sekunden ziemlich abgezockt den 26:26 Ausgleich besorgt, so dass die verbleibenden 4 Sekunden den Gastgebern nicht ausreichten, einen Sieg einzufahren. Da hatte man wohl einen Punkt gewonnen. Wenn man andererseits zur Halbzeit mit sieben Toren vorne liegt, sind berechtigte Hoffnungen, so einen Vorsprung bis zum Ende nicht allzu stark abschmelzen zu lassen, durchaus berechtigt. Doch wenn man dann dem Gastgeber einen Fünftorlauf zwischen der 33. und 37. Minute erlaubt, kann man nicht alles richtig gemacht haben und sich durchaus nachher darüber ärgern, vielleicht genau in dieser Phase den einen Punkt verloren zu haben.

Dabei hatte alles geradezu bilderbuchmäßig angefangen. Die Wölfe spielten mit einem in den Anfangsminuten bärenstark beginnenden Lukas Siegler souverän auf, während hinten ein Max Brustmann zur Glanzform auflief. Ganze 21 Würfe versuchten die Gastgeber in der ersten Hälfte im gegnerischen Tor unterzubringen, zwei verwarfen sie, nur achtmal waren sie erfolgreich, den Rest vereitelte Rimpars Torwart. Lustig liest sich dagegen die offizielle Statistik auf der DKB-Hompage, die Max Brustmann ganze 10 Paraden zuordnet, für das gesamte Spiel wohlgemerkt. Auch die ziemlich gefrusteten Bietigheimer dürften sich über diese Statistik wundern. Denn sie hatten in der ersten Hälfte nicht die Spur einer Chance und hätten sich nicht beklagen dürfen, wenn der Halbzeitstand noch höher für die Gäste ausgefallen wäre. Doch auch Jürgen Müller, der den glücklosen Domenico Ebner im Tor der Gastgeber abgelöst hatte, lief zu einer großen Form auf. Insbesondere die zweite Hälfte stand dann ganz wesentlich in seinem Zeichen.

In dieser dann nämlich ein völlig anderes Bild. Eine offensive Abwehr stand nun den Wölfen gegenüber, nicht ganz unerwartet, wie man sich denken kann, aber die Aggressivität mit der sie gespielt wurde, schien dann doch die Gäste nachhaltig zu beeindrucken. Einige technische Fehler, frei vergebene Würfe auf das Tor und auf der Gegenseite schnörkelose Gegenstöße brachten die hohe Führung der Wölfe rasch in Gefahr. Auch waren die Abschlüsse der Gastgeber jetzt deutlich konsequenter. 25 mal donnerten sie den Ball in Richtung Max Brustmanns Gehäuse, und diesmal netzte man 18 mal ein, eine deutliche Steigerung, auch wenn Rimpars Torwart noch 7 mal Hand oder Fuß an das Spielgerät bekam. Und so kippte das Spiel in den Schlussminuten, etwas, was man gegen einen solchen Gegner immer auf der Rechnung haben muss, auch wenn man es einfach nicht glauben will. Fast hätte das 26:25 durch Gerdas Babarskas 40 Sekunden vor Schluss das Aus eines Traums bedeutet, wenn Benjamin Herth nicht in einem Herzschlagfinale der mehr als verdiente Ausgleich gelungen wäre.

Insgesamt konnte man also mit dem zurückliegenden Monat mehr als zufrieden sein. Matthias Obingers Mannschaft hat bewiesen, dass sie auch mit Spitzenteams auf Augenhöhe mithalten kann. Genau das gilt es nun in den nächsten Wochen zu bestätigen.


Die Statistik der Wölfe

Brustmann, Wieser (n.e.), Kraus, S. Schmitt, Schömig 5, Böhm 1, Gempp, Schäffer 3, P. Schmidt 3/1, Kaufmann 5, Siegler 4, Meyer, Brielmeier 3, Herth 2/1, Sauer 1


Bild: (c) Michael Endres