Spielbericht
HSG Krefeld
3. Februar 2020
Vorbericht
Heimspielkracher gegen den VfL Gummersbach
4. Februar 2020

Im Visier


VfL Gummersbach

Die Stadt

Gummersbach ist eine Kreisstadt im Regierungsbezirk Köln in Nordrhein-Westfalen. Das Mittelzentrum des Oberbegischen Kreises hat knapp über 50.000 Einwohner. Als "Gumeresbracht" wurde der Ort erstmalig im Jahr 1109 in einer Urkunde des Erzbischofs Friedrich I. von Köln erwähnt. Früher sprach man auch von der Lindenstadt, da viele Lindenbäume an der Hauptstraße vorzufinden waren. Bis in die 1920er nannten Einheimische ihr zu Hause liebevoll „Klein-Paris“.

Zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt zählt die von Amtsvogt Pollmann im Jahr 1700 erbaute „Burg“, die heute im Bereich der Fußgängerzone liegt. Das Vogteihaus Gummersbach fungierte als Amts- und Wohnsitz für Johann Pollmann und wurde seit der Erbauung kaum verändert. Ein weiteres Baudenkmal der Stadt ist der Oberbergische Dom. Dieser wurde im 11. Jahrhundert im romanischen Stil errichtet. Die evangelische Kirche erhebt sich über die Altstadt hinaus. Vor einigen Jahren wurde die Innenstadt neu geschaffen und zu einer Einkaufsstraße umfunktioniert. Der Mittelpunkt der Fußgängerzone ist der Lindenplatz, welcher unteranderem für Freiluftkonzerte sowie den Weihnachtsmarkt genutzt wird.
 
2. Handball-Bundesliga, DJK Rimpar Wölfe - HSG Konstanz

Gegen Gummersbach muss die Offensive funktionieren. - Foto: Frank Scheuring/Foto2Press

 
Der Verein

Tradition pur herrscht beim VfL aus Gummersbach. Der Verein für Leibesübungen ist natürlich für seinen Handball bekannt, jedoch unterhält er auch noch sechs weitere Sparten. Das Sportangebot ist von Leichtathletik bis Karate breit gestreut.

Die Handballabteilung wurde bereits im Jahre 1923 gegründet. Feldhandball war zu dieser Zeit deutlich populärer, doch in Gummersbach konzentrierte man sich bereits auf den Sport in der Halle. Mit dem ersten deutschen Meistertitel 1966 qualifizierte man sich für die neu gegründete Bundesliga. In den Folgejahren sollten neben weiteren Meistertiteln auch internationale Erfolge hinzukommen. Unter Trainerlegende Sead Hasanefendic holte der Traditionsverein sogar drei Europapokalsiege in Folge. 26 Jahre nach dem letzten internationalen Titel konnte man in der Saison 2008/09 gegen RK Velenje nochmals den EHF-Pokal gewinnen. In den beiden darauffolgenden Jahren errang man mit einem überragenden Viktor Szilagyi jeweils den EHF-Europapokal der Pokalsieger.

Doch auch einer der schillerndsten Namen des Handballsports blieb von Misserfolgen nicht verschont: 2018/19 war es dann soweit, dass der VfL für chaotische Jahre die Quittung einstecken musste. Der "Bundesligadino" stieg nach einem dramatischen Finale am letzten Spieltag erstmalig aus der Bundesliga ab. Viele bekannte Größen haben über Jahrzahente die Geschicke im Verein geprägt. Weltmeistertrainer von 2007 Heiner Brand und Handballlegende Joachim Deckarm sind nur zwei Beispiele von vielen. In Gummersbach möchte man natürlich schnellstmöglich dahin zurückkehren, wo man dem Selbstverständnis nach hingehört - und zwar in die 1. Bundesliga.
 
2. Handball-Bundesliga, DJK Rimpar Wölfe - HSG Krefeld

Es gilt die Kreise der Gummersbacher einzuschränken. - Foto: Frank Scheuring/Foto2Press

 
Die Mannschaft

Torge Greve übernahm bereits in der Saison 2018/19 das Traineramt von seinem Vorgänger Denis Bahtijarevic. Doch auch er konnte den drohenden Abstieg nicht mehr verhindern. Nun soll Greve, der die zweite Liga bestens aus seiner Zeit bei Bad Schwartau kennt, den Traum vom Wiederaufstieg schnellstmöglich verwirklichen. Keine einfache Aufgabe, denn nach der vergangenen Runde stand zunächst ein personeller Umbruch an. Acht Spieler verließen den VfL Gummersbach. Darunter unter anderem Welt- und Europameister Carsten Lichtlein, Moritz Preuß und Ivan Martinovic, die alle neue Arbeitgeber in der Handballbundesliga fanden. Demgegenüber standen sechs hochkarätige Neuzugänge. Mit Janko Bozovic, Robin Haller, sowie Lukas Blohme sicherte man sich etablierte Spieler aus der zweiten Liga, um möglichst schnell wieder angreifen zu können. Hinzu kamen mit Filip Ivic und Tin Kontrec zwei Akteure, die in Zagreb bereits große Erfolge feiern konnten. Ein weiterer Toptransfer war der von Alexander Herman. Der aktuell verletzte österreichische Nationalspieler kam aus der Bundesliga von der HSG Wetzlar zu den Oberbergischen und war bisher die prägende Figur im Offensivspiel des VfL.

Nach einem durchwachsenen Start hat sich die Mannschaft von Torge Greve zunehmend stabilisiert und sich in der oberen Tabellenregion angesiedelt. Das Prunkstück ist die 6:0-Abwehr mit einem starken Mathias Puhle dahinter. Außerdem ist der Kader über seine gesamte breite mit extremer individueller Qualität gespickt. Zeitweise waren noch Ausreißer nach unten dabei, als man sich gegen kleinere Vereine geschlagen geben musste. Doch der Trainer hatte bereits vor der Saison vor der zweiten Liga gewarnt und einen Durchmarsch des VfL für unrealistisch erklärt. Es bleibt abzuwarten, ob der aktuelle Kader die hochgesteckten Ziele erreichen wird.

Hintergrund: Der VfL Gummersbach wird diesen Samstag (08.02., 19.30 Uhr) überhaupt zum ersten Mal in der Geschichte im Wolfsrevier um Punkte kämpfen. Das Wolfsrudel darf somit einem der größten Namen des deutschen Handballs gegenüberstehen. Durch die individuelle Klasse wird der VFL als Favorit anreisen, doch die Wölfe bauen auf die Unterstützung ihrer Fans in der eigenen Halle und wollen Zeigen, dass es kein Klub dieser Liga in unserem Revier einfach hat. Das Hinspiel entschieden die Westfalen mit 25:22 zu ihren Gunsten. Die Wölfe blicken allerdings auf eine Serie aus fünf ungeschlagenen Spielen in Folge vor heimischem Publikum zurück. Tickets für den Showdown gibt es online.

von Michael Schulz -03.02.2020

 

ECHT - WILD - TREU - GIERIG