Aktion Handball hilft!
Wölfe engagieren sich
29. November 2019
v.li.: Dominik Schömig (DJK Rimpar Wölfe) jubelt, Einzelbild, 15.09.2019, Würzburg, Handball, 2. Bundesliga, DJK Rimpar Wölfe - TSV Bayer Dormagen, DFB REGULATIONS PROHIBIT ANY USE OF PHOTOGRAPHS AS IMAGE SEQUENCES AND/OR QUASI-VIDEO.
Interview
Dominik Schömig
2. Dezember 2019

v.li.: Jonas Thümmler (HC Elbflorenz Dresden), Philipp Meyer (DJK Rimpar Wölfe), Philip Jungemann (HC Elbflorenz Dresden), 28.09.2019, Würzburg, 2. Handball-Bundesliga, DJK Rimpar Wölfe - HC Elbflorenz Dresden


Spielbericht


VfL Lübeck-Schwartau

Sicherlich war es nichts für Handballfeinschmecker, was am Donnerstagabend in der s.Oliver Arena angeboten wurde. Beiden Teams war die Unsicherheit der letzten Wochen anzumerken. Niemand wollte einen Fehler zu viel machen und so entwickelte sich ein sehr verkrampftes Handballspiel. Umkämpft war diese Partie auf beiden Seiten allemal. Außerdem wurden die über 1.300 Zuschauer Zeuge einer packenden Schlussphase, die vor Spannung kaum zu überbieten war. Kurz vor Schluss konnten die Wölfe, das erste Mal an diesem Abend, in Führung gehen, aber fünf Sekunden vor dem Ende glichen die Norddeutschen nochmals per Siebenmeter aus. Das Endergebnis von 18:18 spiegelte den gesamten Spielverlauf passend wieder. Man kann auch von einer gerechten Punkteteilung sprechen, da keine Mannschaft sich über die komplette Distanz absetzen konnte. Wem dieser Punkt in der aktuellen Situation mehr weiterhilft, das werden die nächsten Wochen zeigen müssen.

Spielerisch keine Augenweide

Vom Start weg war klar, dass dieses Spiel kein Highlight werden wird. Viel Kampf, viel Krampf prägten das Bild dieser Partie. Beide Mannschaften agierten über die gesamten 60 Minuten defensiv kompakt. Außerdem wurden sehr lange Angriffe gespielt, um möglichst viel Zeit von der Uhr zu nehmen. Aufgrund des fehlenden Tempospiels kam dann auch nur wenig Spielfluss zu Stande. Schwartau war von den beiden schwachen Offensivreihen zu Beginn die etwas Konsequentere. Das Wolfsrudel tat sich schwer bei der Suche nach der Lücke Richtung Tor und leistete sich zu viele Fehler bei den eigenen Angriffsbemühungen.
 
 
Die ersten beiden Treffer der Begegnung gehörten den Gästen. Jasper Bruhn erzielte mit einem Doppelschlag die Tore zur 0:2 Führung nach sechs Spielminuten. Das erste Erfolgserlebnis für die Hausherren, die sich im gebundenen Angriff schwer taten, steuerte Linksaußen Dominik Schömig per Tempogegenstoß nach exakt acht Minuten bei. Jasper Bruhn war zu Beginn bestens aufgelegt und erzielte mit seinem dritten Tor den ersten drei Tore-Vorsprung für seine Farben. Nach 13 gespielten Minuten hieß es in dieser torarmen Partie 1:4 für die Gäste aus Lübeck.

Nach etwa der Hälfte der ersten Halbzeit kamen die Wölfe besser in die Gänge. Angeführt von Benedikt Brielmeier holte man Tor um Tor auf und konnte nach 20 Minuten erstmals zum 5:5 ausgleichen. Nun gestaltete sich die Partie noch umkämpfter, da keine Mannschaft spielerisch überzeugen konnte, sodass versucht wurde, über die Defensive Sicherheit zu generieren. Die letzten drei Treffer vor der Pause auf Seiten der Heimmannschaft erzielte Kapitän Patrick Schmidt. Der Mittelmann riss das Spiel an sich und übernahm Verantwortung in der Offensive. Auch emotional ging er voran und versuchte die Mannschaft in diesem schwierigen Spiel mitzureißen. Trotz einer Leistungssteigerung vor der Pause hieß es zur Halbzeit 9:10 für die Gäste aus Norddeutschland.

Zweite Hälfte von Spannung geprägt

Auch nach der Pause blieb es auf beiden Seiten eine sehr zähe Angelegenheit. Doch die Hausherren hatten sich etwas vorgenommen und wollten zumindest kämpferisch in der Partie bleiben. Die Tatsache, dass beide Mannschaften weiterhin mit personellen Problemen zu kämpfen hatten, die sich während der Partie noch verschlimmerten, war der spielerischen Qualität ebenfalls nicht dienlich. Beim VfL verabschiedeten sich während der Partie beide Halblinke: Jan Schult und Mex Raguse gesellten sich zum ohnehin großen Lazarett der Tiger aus dem Norden. Bei den Wölfen konnte Michael Schulz, zusätzlich zu den drei verletzten Spielern, nach einer roten Karte nicht mehr mitwirken.

Ab der 40. Spielminute übernahm die Mannschaft von Trainer Piotr Przybecki die Begegnung. Beim Stand von 12:14 war ein kleiner Vorsprung herausgespielt worden. Als Sigtryggur Dadi Runarsson in der 51. Spielminute mit einem fulminanten Schlagwurf zur 13:16 Führung traf, sah es so aus, als ob die Gäste auf die Siegerstraße einbiegen könnten. Doch nun war es Max Brustmann, der mit zwei Paraden in Folge seine Mannschaft in der Partie hielt. Insgesamt kam der Schlussmann auf starke 43% gehaltene Bälle. In der Offensive war es Patrick Schmidt, der quasi den Alleinunterhalter gab. Sechs der letzten sieben Treffer gingen auf das Konto des Kapitäns. Insgesamt erzielte er mit neun Toren exakt 50% der Wölfeteffer. Darunter war auch der letzte Siebenmeter 22 Sekunden vor dem Ende. Mit einem gekonnten Dreher überwand Schmidt Marino Mallwitz im Tor des VfL. Es war die erste Führung der Mainfranken in der gesamten Partie. Die s.Oliver Arena stand nun Kopf, nachdem sie nicht gerade mit tollem Handball verwöhnt worden war. Jedoch kamen die Gäste nochmal zu einem Siebenmeter. Janik Schrader behielt vom Strich die Nerven und erzielte den 18:18 Endstand.

Punktgewinn als positives Signal für die nächsten Wochen

Trainer Ceven Klatt sprach nach der Partie von einem gewonnen Punkt, da man überhaupt nur einmal im Spiel in Führung gelegen hatte. Außerdem konnte man den VfL Lübeck-Schwartau in der Tabelle mit diesem Unentschieden weiterhin auf Distanz halten. In dieser aktuell schwierigen Phase ist jeder Punkt wichtig, egal wie dieser zu Stande kommt. Alles in allem war es eine verdiente Punkteteilung für beide Teams. Aktuell sind beide Mannschaften personell arg gebeutelt unterwegs und deswegen war es nicht verwunderlich, dass die Begegnung sehr umkämpft war. Für die Wölfe war es wichtig, nach der Niederlage in Hamburg wieder ein anderes Gesicht zu zeigen. In Sachen Einstellung, sowie bei der Kampfbereitschaft hat man gesehen, dass dieses Spiel gegen den HSVH ein Ausrutscher gewesen ist.
 
 
Nun gilt es sich vorzubereiten auf das nächste Heimspiel gegen den EHV Aue. Die Gäste aus dem Erzgebirge konnten gegen den VfL Lübeck-Schwartau ebenfalls Unentschieden spielen. In der Tabelle stehen beide Teams auch unmittelbar nebeneinander. Es wird also spannend werden, wer die Punkte mitnehmen darf. Bei einer erneut fanatischen Unterstützung durch die Fans haben die Wölfe schon mal einen Vorteil auf ihrer Seite. Jeder Punkt, der bis zur Winterpause noch geholt werden kann, wird immens wichtig sein für den weiteren Saisonverlauf. Holt euch euer Ticket und seid dabei, wenn es wieder heiß her geht im Wolfsrevier!

Statistik:

Wölfe: Brustmann (10 Paraden), Wieser, Schömig 3, Böhm, Karle, Gempp 1, Schmidt 9, Kaufmann, Siegler, Meyer, Schulz, Backs, Brielmeier 5, Herth, Sauer

Schwartau: Mallwitz (3 Paraden), Klockmann (3 Paraden), Glabisch 2, Gonschor, Raguse, Hansen 1, Ranke, Waschul, Schult, Köhler 2, Schrader 5, Claassen 1, Runarsson 1, Möller, Bruhn 6

Siebenmeter: 3./4 / 5./6

Zeitstrafen: 6 / 2

von Michael Schulz - 29.11.2019

 

ECHT - WILD - TREU - GIERIG