Frohe Weihnachten!
24. Dezember 2019
Ankündigung
Wölfe empfangen Siracusa
9. Januar 2020

v.li.: Max Brustmann (DJK Rimpar Wölfe), Benedikt Brielmeier (DJK Rimpar Wölfe), Michael Schulz (DJK Rimpar Wölfe), Patrick Schmidt (DJK Rimpar Wölfe), Philipp Meyer (DJK Rimpar Wölfe) jubeln, 15.09.2019, Würzburg (Deutschland), Handball, 2. Bundesliga, DJK Rimpar Wölfe - TSV Bayer Dormagen


Spielbericht


TuS Nettelstedt-Lübbecke

Einen perfekteren Jahresabschluss hätte man sich kaum erträumen können. Knapp 1800 Zuschauer waren in die s.Oliver Arena gekommen, um gemeinsam mit den Wölfen den letzten Handballfesttag des Jahres zu feiern. Alles was man sich erhoffte an Emotionen, Kampf und Leidenschaft, trug sich auf dem Feld über die Maßen zu. Den Gipfel fand diese Partie im letzten direkten Freiwurf, der von Rimpars Abwehr entschärft werden konnte. Anschließend wurde der 25:24 Heimsieg ausgiebig mit den Fans gefeiert. Die Wölfe lieferten sicherlich kein sonderlich schönes Spiel. Jedoch sollte sich an diesem zweiten Weihnachtsfeiertag niemand anderes als die Hausherren, mit den zwei Punkten in die wohlverdiente Pause verabschieden. Dieses Spiel hat erneut gezeigt, dass Rimpar immer in der Lage ist, individuell starke Gegner mit Hilfe einer geschlossenen Teamleistung zu schlagen.

Fehlstart wird durch Kampf korrigiert

Heilig Abend lag gerade einmal zwei Tage zurück, da hieß es für die Spieler schon wieder antanzen. Die besinnliche Zeit fand am zweiten Weihnachtsfeiertag ein jähes Ende. Es ging, wie so oft in der s.Oliver Arena, heiß her. Doch der Start der Auseinandersetzung mit dem TuS Nettelstedt-Lübbecke lief erstmal nicht wie geplant. Die Gäste aus Westfalen kamen zu leichten Toren über das Tempospiel, während die Hausherren häufig klarste Möglichkeiten ausließen. Abwehrchef Marko Bagaric erzielte in der fünften Spielminute mit einem Tor aus der zweiten Welle die 1:4 Führung für den Tabellennachbarn aus dem Kreis Minden. Die Mannschaft, um Kapitän Patrick Schmidt, ließ zu Beginn etwas die Aggressivität vermissen. Die Zielstrebigkeit im Offensivspiel war ebenfalls ausbaufähig.

Nun läutete Max Brustmann mit zwei Paraden einen 4:0-Lauf ein, den Benedikt Brielmeier in der 13. Spielminute mit dem Treffer zur 5:4 Führung abschloss. Die Grün-Schwarzen waren jetzt am Drücker. Die Partie konnte von vorne weg gespielt werden. Doch für mehr als eine zwei Tore Führung sollte es nicht reichen, da der TuS Nettelstedt-Lübbecke immer dran blieb. Der starke Dominik Ebner, der mit acht Treffern beste Torschütze, hielt seine Mannen immer wieder im Spiel. Die Gäste konnten die Partie auch noch mehrmals wieder ausgleichen. Der Wolf des Tages, Julian Sauer, sorgte jedoch mit drei Treffern vor der Pause, dass sein Team mit einer knappen 13:12 Führung in die Halbzeit gehen konnte.
 
2. Handball-Bundesliga, DJK Rimpar Wölfe - TuS N-Lübbecke

Lange war es ein Kampf auf biegen und brechen. - Foto: Frank Scheuring/Foto2Press

 
Zweite Hälfte an Spannung kaum zu überbieten

Die Gäste aus Ostwestfalen hatten die letzten fünf Wochen kein Spiel mehr verloren. Diese Tatsache wollten sie natürlich noch weiterführen. Es war klar, dass die Mannschaft von Trainer Emir Kurtagic nochmal alles investieren würde, um das letzte Spiel des Jahres für sich zu entscheiden. Peter Strosack traf nach der Pause direkt zum Ausgleich für den TuS. Trotz einer eigenen Unterzahlsituation war es erneut Strosack, der in der 35. Spielminute die 14:15 Gästeführung herstellte. Johannes Jepsen im Tor der Ostwestfalen hatte zu diesem Zeitpunkt seine stärkste Phase. Er trug somit einen großen Teil zur zwischenzeitlichen Führung bei und kam letztlich auf 36% gehaltene Bälle. Allerdings taten es die Hausherren ihren Gegenübern gleich und gingen in eigener Unterzahl wieder in Front. Die Partie war nun völlig offen. Beide Abwehrreihen prägten die Begegnung, in der beide Teams, anders als in Halbzeit eins, kaum mehr für Entlastung über das Tempospiel sorgen konnten. Es entwickelte sich ein Abnutzungskampf allererster Güte. Mit zunehmender Spieldauer schwanden auf beiden Seiten die Kräfte, da beide Mannschaften viel in ihre Defensivarbeit investieren mussten. Wer zum Ende des Jahres nochmal mehr aus sich herausholt, der würde beide Punkte mitnehmen.

Nun entwickelte sich eine Partie auf Messerschneide. Die Rückraumrechten beider Teams liefen nun zur Höchstform auf. Steffen Kaufmann und Dominik Ebner lieferten sich für einige Minuten ein Privatduell, das von sehenswerten Rückraumkrachern geprägt wurde. Die zwischenzeitliche 19:20 Führung des TuS wurde zu einem 21:20 aus Sicht der Mainfranken gedreht. Als der bundesligaerfahrene Jens Bechtloff dann neun Minuten vor dem Ende zum Ausgleich traf, war die Begegnung wieder offen. Trainer Ceven Klatt nahm eine Auszeit und gab den Fahrplan für die letzten Minuten vor. Fünf Minuten vor dem Ende lagen die Wölfe mit 23:22 in Führung, als Andreas Wieser seinen großen Auftritt hatte. Er kam zum Siebenmeter für Max Brustmann und es ging gegen den bis dahin von der Linie schadlosen Bechtloff. Wieser reagierte blitzschnell und lenkte den Ball an seinem Gehäuse vorbei. Der Jubel war ohrenbetäubend. Es war der Startschuss für die letzten fünf Minuten des Jahres, in denen es nun um alles ging.

Die Wölfe gingen mit zwei Treffern in Führung, aber die Gäste ließen sich nicht abschütteln. Möglichkeiten zu einer Vorentscheidung wurden verpasst und so blieb es bis zum Ende spannend. Mit der 25:24 Führung im Rücken stellten sich die Wölfe dem letzten Angriff des TuS entgegen. Das Spiel konnte mehrmals unterbrochen werden. Zweikämpfe wurden, wie über die gesamte Partie, sehr offensiv geführt und zwangen den Gegner ins Zeitspiel. Die letzte Aktion war ein direkter Freiwurf von Valentin Spohn, der in den Händen von Max Brustmann endete.
 
2. Handball-Bundesliga, DJK Rimpar Wölfe - TuS N-Lübbecke

Der Jubel über die hart erkämpften Punkte war groß. - Foto: Frank Scheuring/Foto2Press

 
Perfekter Jahresabschluss für die Wölfe

Ein Sieg gegen einen nominell überlegenen Gegner zum Ende dieses Jahres hatten sich natürlich alle gewünscht. Dass es tatsächlich so kam, hatte viel Kraft gekostet, doch war auch extrem wichtig für die anstehende Rückrunde. Zusammen mit den Fans, die über das gesamte Spiel ihre Farben nach vorne gepeitscht haben, konnte nochmals alles rausgehauen werden. Dieses Spiel hatte sicherlich wenige Glanzpunkte, doch am Ende zählt der Sieg und die zwei Punkte. Danke an alle Helfer, Fans und Unterstützer, die dieses Handballspektakel am zweiten Weihnachtsfeiertag möglich gemacht haben. Tabellarisch schließen die Wölfe das Jahr 2019 auf Rang acht mit 20:16 Punkten ab. Wenn man die Ergebnisse der Hinrunde betrachtet, steht man ziemlich gerechtfertigt im Tabellenmittelfeld. Hervorzuheben ist jedoch, dass man sich auf Tuchfühlung zu den oberen Plätzen befindet und sich von der Gefahrenzone distanzieren konnte. Die Rückrunde startet mit einem Heimspiel gegen den Aufsteiger aus Krefeld.

Bis dahin heißt es jetzt erstmal Beine hochlegen und sich regenerieren, ehe es am siebten Januar wieder weitergeht. Die Vorbereitung werden die Wölfe dann nutzen, um sich für eine anstrengende Rückrunde zu wappnen. Das Ziel wird es sein tabellarisch auf jeden Fall den Anschluss nach oben so lange es geht zu halten. Doch jetzt erstmal allen Wölfe Fans eine gute Zeit und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Bis zum nächsten Jahr im Wolfsrevier!

Statistik:

Wölfe: Brustmann (9 Paraden), Wieser (1 Parade), Böhm , Karle , Gempp 3, Schmidt 8, Kaufmann 6, Siegler , Meyer, Schulz, Backs, Brielmeier 2, Herth , Sauer 6

TuS Nettelstedt-Lübbecke: Tatai ( 2 Paraden), Jepsen ( 9 Paraden), Becvar, Genz, Walczak, Bechtloff 4, Ebner 8, Gierak, Bagaric 2, Strosack 5, Spohn 2, Schade 2, Orlowski 1, Speckmann

Siebenmeter: 4/5 / 2/3
Zeitstrafen: 3/ 2

Michael Schulz - 27.12..2019

 

ECHT - WILD - TREU - GIERIG