Vorbericht
HSG Krefeld
29. August 2019
Wölfe goes Cineworld
3. September 2019

v.li.: Benedikt Brielmeier (DJK Rimpar Wölfe) jubelt, Einzelbild, 04.05.2019, Würzburg, DKB 2. Handball-Bundesliga, DJK Rimpar Wölfe - HSG Nordhorn-Lingen


Spielbericht


HSG Krefeld



Es war ein Spiel mit zwei Halbzeiten, die unterschiedlicher nicht hätten sein können. Nach 8:14-Führung zur Pause und einer unglaublich fokussierten Leistung in Durchgang eins, verloren die Wölfe nach dem Seitenwechsel komplett die Kontrolle über das Spiel. Trotz einem 19:18 Rückstand kurz vor Schluss, konnte man einen 19:20 Auswärtssieg denkbar knapp ins Ziel retten.

Halbzeit 1 verläuft genau nach Plan

Vom Start weg hatten die Wölfe das Spiel in der Glockenspitzhalle Krefeld im Griff. Nach einem Sensationstor von Benedikt Brielmeier zum Auftakt, einer Parade von Max Brustmann und einem gut herausgespielten Treffer von Kapitän Patrick Schmidt, führten die Gäste schnell mit 0:2. Das erste Tor für die Hausherren erzielte der agile Mittelmann Simon Ciupinski, der die Wölfe vor allem im ersten Durchgang vor Probleme stellte. Die Abwehr war von Ceven Klatt gut eingestellt worden und arbeitete die Angriffsbemühungen der Adler aus Krefeld sehr gut ab. Dahinter konnte sich Max Brustmann immer wieder auszeichnen und zeigte mit 40% gehaltenen Bällen abermals eine fantastische Leistung.

 
 
Nach 15 gespielten Minuten erhöhte Benedikt Brielmeier auf 3:7 und somit war der Vorsprung der Gäste erstmals auf vier Tore angewachsen. In der Folge erzielten beide Teams ihre Treffer im Gleichschritt. Das Wolfsrudel fand im Angriffsspiel immer wieder gute Lösungen gegen die sehr offensiv interpretierte 5:1-Deckungsformation der Gastgeber und spielte sich so gute Chancen heraus. Jedoch bereits in Durchgang eins ließ man einige freie Wurfsituationen aus und verpasste es, sich noch früher, noch deutlicher abzusetzen. Lukas Siegler war es, der den Ball zum 7:11 im Tor unterbrachte und somit fünf Minuten vor der Pause den Vorsprung konstant halten konnte. Krefeld gelang vor der Halbzeitpause nur noch ein Treffer durch Felix Jaeger. Damit konnte sich die Klatt-Sieben nach einem Treffer von Patrick Gempp und einem Doppelschlag von Patrick Schmidt mit sechs Toren Vorsprung in die Kabine verabschieden.

In Halbzeit 2 gibt Rimpar das Spiel aus der Hand

Mit der ersten Hälfte konnte man aus Gästesicht sehr zufrieden sein. Grundstein für die deutliche Führung war eine sehr konzentrierte und fokussierte Leistung der gesamten Mannschaft. Vor allem defensiv ließ man nichts anbrennen und konnte sich vorne Tor um Tor absetzen. Nun war klar, dass Krefeld nach der Pause nochmals alles versuchen und sich mit allem was sie haben gegen die drohende Niederlage stemmen würde. Doch die Wölfe waren in der ersten Halbzeit zu souverän aufgetreten, um den Sieg noch einmal in Gefahr geraten zu lassen. So dachten zumindest die meisten Zuschauer in der mit 612 Zuschauern nicht sehr gut gefüllten Glockenspitzhalle.

Doch auf einmal waren Souveränität und Selbstvertrauen wie weggeblasen. Zwei Zeitstrafen und einen 4:0-Lauf für Krefeld später war das Spiel beim Stand von 12:14 wieder total offen. Julian Sauer erzielte in der 40 Spielminute mit dem 12:15 das erste Tor für die Wölfe in Durchgang zwei. Beim Zwischenstand von 12:16 und 13:17 konnten die Gäste zumindest einen vier Tore Vorsprung halten und man hätte auch genug Chancen gehabt, um die Führung nochmals deutlicher gestalten zu können. Ein erneuter 4:0-Lauf für die Gastgeber brachte die erste Führung für die Krefelder in der diesjährigen Zweitliga-Saison.

Die Wölfe hatten es wirklich geschafft, das Spiel komplett kippen zu lassen. Magere vier Tore erzielten die Gäste bis zur 58. Spielminute und scheiterten immer wieder am Torwart der Eagles Norman Toth. Logische Konsequenz aus dem Spielverlauf war die 19:18 Führung für die Heimmannschaft. Bei den Wölfen reihte sich Fehler an Fehler und man schien komplett in der Abwärtsspirale gefangen. Außerdem fanden die Hausherren immer wieder viel zu leicht den Weg über den Kreis und kamen so zu leichten Toren. Krefeld war nun emotional auch voll da und schwamm auf einer Euphoriewelle in Richtung erstem Saisonsieg.

 
 
Julian Sauer glich zwei Minuten vor dem Ende aus und nun konnte das Spiel zu jeder Zeit in beide Richtungen kippen. Ciupinski versuchte es mit einem No-Look Pass zum Kreis, doch dieser Ball fand diesmal nicht den Kreisläufer, sondern landete bei Max Brustmann. Der letzte Angriff der Wölfe ging dann über Benedikt Brielmeier, der sich über die Halbposition durchtanken konnte und gefühlvoll per Dreher zur 19:20 Führung vollendete. Es waren aber noch 10 Sekunden zu spielen und Kevin-Christopher Brüren kam nochmals zu einem Abschluss, doch Max Brustmann konnte diesen Wurf fangen und hielt somit den mehr als glücklichen Sieg für seine Mannschaft fest.

Spiel analysieren und dann gegen Gummersbach

Allen Spielern des Wolfsrudels war klar, dass sie sehr glücklich mit einem blauen Auge davongekommen waren. Die kämpferische Leistung der Krefelder in Durchgang zwei verdient allerhöchsten Respekt und fast hätte es sogar für den ganz großen Wurf gereicht. Die Hausherren konnten die Geschenke der Gäste für sich nutzen und entnervten die Wölfe mit ihrer extrem offensiven 5:1-Formation plus einem gut aufgelegten Torhüter zwischen den Pfosten. Für die Wölfe heißt es nun weitermachen und das Spiel schnellstmöglich aufarbeiten. Auch wenn die Angriffsleistung in der zweiten Halbzeit indiskutabel war, konnte man sich über die gesamte Spielzeit auf die Abwehr und Max Brustmann verlassen. Das wichtigste ist, dass auch solch glückliche und auch etwas dreckige Siege genauso zwei Punkte geben, wie ein deutlicherer Sieg. Dennoch gilt es die Fehler zu analysieren und solch eine zweite Halbzeit nicht mehr anzubieten.

In der nächsten Woche geht es schon weiter gegen den Bundesliga-Absteiger aus Gummersbach, der noch auf seinen ersten Saisonsieg wartet. Beim dritten Auswärtsspiel in Folge wird es ein harter Kampf für die Wölfe und die Favoritenrolle liegt wieder klar beim Gegner. Hier sollte das Team von Trainer Ceven Klatt an die Leistung aus der ersten Halbzeit gegen Krefeld anknüpfen, um vielleicht etwas Zählbares aus der Schwalbe-Arena zu entführen. In der Woche nach diesem schweren Auswärtsspiel hat das lange Warten dann ein Ende und es kommt zum ersten Heimspiel der Wölfe. Der erste Gegner in der s.Oliver Arena heißt TSV Bayer Dormagen und das Rudel hofft auf eine gut gefüllte Arena zum Heimauftakt. Holt euch jetzt eure Tickets und seid dabei, wenn es wieder los geht im Wolfsrevier!

Statistik:

HSG Krefeld: Toth Norman (13 Paraden), Keutmann Paul (n.e.), Sario Toni, Jaeger Felix 1, Wöstmann Dorian, Cutura Josip 2, Janus Damian, Roosna Karl 2, Vonnahme Jonas, Luciano Dominic 5, Gentges Tim 1, Schulz Mike, Hansen David 1, Ciupinski Simon 3, Kevin-Christopher Brüren 4

WÖLFE: Max Brustmann (12 Paraden), Andreas Wieser, Schömig Dominik, Böhm Lukas, Karle Felix, Gempp Patrick 1, Schmidt Patrick 4, Steffen Kaufmann, Siegler Lukas 1, Meyer Philipp, Schulz Michael 4, Backs Fin 1, Brielmeier Benedikt 3, Herth Benjamin 1, Sauer Julian 4

Zeitstrafen: 4 / 5

Siebenmeter: 3/3 / 1/4

von Michael Schulz - 02.09.2019

 

ECHT - WILD - TREU - GIERIG