Spielbericht
TuS N-Lübbecke
26. November 2018
Interview
Bengt Bornhorn
1. Dezember 2018

Interview


Stefan Schmitt


Servus Schmitti. Nach fast 30 Jahren in Rimpar und etlichen Jahren als Kapitän der Wölfe hast du im Sommer die Schuhe an den Nagel gehängt. Wie war denn der erste Sommer ohne Vorbereitung für dich?
Komisch, aber erstaunlich lange! Und ich konnte das erste Mal seit vielen Jahren wieder im Sommer in den Urlaub fahren. Da sich in den vergangenen Jahren die handballfreie Zeit nie mit meinen Sommerferien überschnitt, war das eine neue Erfahrung. Ich war drei Wochen unterwegs! Kann ich mich dran gewöhnen…

Du bist natürlich weiterhin eng mit dem Verein verbunden und bist auch stets bei den Heimspielen vor Ort. Wirst du da auch etwas wehmütig oder hast du vollends abgeschlossen mit der Spielerkarriere?
Das Karriereende bringt wirklich viele schöne Dinge mit sich, aber die Wehmut überwiegt ganz stark. Viel stärker als ich gedacht habe. Sowohl der Wettkampf als auch die Jungs fehlen mir wirklich sehr.

Mit Rimpar hast du den fulminanten Aufstieg von der Landesliga bis in 2. Bundesliga miterlebt und hast einen riesigen Anteil daran gehabt. Es hätte fast zum Durchmarsch bis in Liga 1 gereicht. Wie schaust du auf die Zeit zurück? Überwiegt der Stolz auf das erreichte oder trauert man der verpassten Gelegenheit nach?
Leider bin ich eher so gestrickt, dass ich der verpassten Gelegenheit eines Aufstieges hinterhertrauere. Wenn ich die Spiele der 1. Liga verfolge und mir vorstelle wie nah wir da dran waren, könnte ich kotzen.
Das ändert aber nichts an meinem Stolz auf das was wir hier in Rimpar geschafft haben und vor allem wie wir es geschafft haben.

Dein Nachfolger als Kapitän ist Patrick Schmidt. Es gibt zwei Neuzugänge bei den Wölfen ansonsten ist der Kader gleich geblieben. Wie schätzt du die aktuelle Mannschaft ein? Würde ein Schmitti dem doch recht jungen Team in manchen Situationen weiterhelfen?
Ui, da steckt jetzt aber viel drin… Paddi ist ein starker Kapitän, der seit dieser Saison nicht nur handballerisch sondern auch emotional vorangeht. Er motiviert viel, redet viel und ist auf dem Feld noch präsenter als die letzten Jahre.
Dass die Neuzugänge die Lücken, die Basti und ich handballerisch hinterlassen haben, schließen können, haben sie bewiesen. Allgemein merkt man, dass die Mannschaft sich in einem Umbruch befindet, in dem sich für viele Spieler die Rolle etwas geändert hat und die Verantwortung vielleicht etwas zugenommen hat. In diesem „neuen“ Kollektiv müssen die Jungs neue Erfahrungen sammeln und neue Automatismen entwickeln.
Wenn ich aber sehe, zu welchen Leistungen die Mannschaft trotzdem schon im Stande ist, bin ich voller Zuversicht, dass sich die Mannschaft mit jeder Woche festigen und ihr hohes Potential mehr und mehr ausschöpfen wird. Und spätestens dann, kann ich nicht mehr helfen.

Nach dem hart erkämpften Heimsieg gegen den TuS Nettelstedt-Lübbecke geht es für die Wölfe nach Aue. Du weißt aus eigener Erfahrung sicher wie schwer es ist dort zu bestehen. Die Stimmung wird sehr aufgeheizt sein und es wird ein absolutes Kampfspiel. Wie siehst du die Chancen der Wölfe auf die zwei Punkte?
Aue ist tatsächlich ein richtiger Handballtempel mit hitziger Atmosphäre – so wie man es als Handballer liebt. Auch wenn die Auer bisher eine furiose Saison spielen, hoffe ich, dass die Jungs den Rückenwind vom Lübbecke-Spiel mitnehmen und mit viel Kampfgeist alles in die Waagschale werfen um die zwei Punkte aus Aue zu entführen.

von Michael Schulz - 29.11.2018