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Tabellenvorletzter zu Gast bei den Wölfen

(at) Wenn etwas gefährlich ist, dann ist es der Glaube an die Verlässlichkeit statistischen Datenmaterials für darauf aufbauende Prognosen. Obwohl jedem klar ist, dass man mit Vergangenem noch nie Zukünftiges besiegen konnte, sind sich manche dennoch sicher, voraussagen zu können, dass eine Mannschaft, die noch keinen einzigen Punkt in der Fremde einsammeln, auch gegen die Wölfe keine Chance haben sollte. Und in der Tat, seit Mitte November hat die Mannschaft von Trainer Philipp Kessler nicht mehr gewonnen, sechs Niederlagen in Folge einstecken müssen und steht auf dem vorletzten Tabellenplatz der Liga. Wenn das kein Datenmaterial ist, eines Sieges der Wölfe sicher zu sein! Zu sicher, würden andere zu Recht sagen, denn wer die Auseinandersetzungen beider Mannschaft in der Vergangenheit beobachtet hat, wird feststellen, dass so manche von diesen durchaus den Charakter von Sportspielen mit sehr offenem Ausgang hatten. Mehr noch, gerade in der letzten, bislang erfolgreichsten Saison der Rimparer, in der sie denkbar knapp am Aufstieg in die beste aller Ligen gescheitert sind, ließen sie ausgerechnet bei den Saarländern in einem bis zur letzten Spielsekunde spannenden Kampf beide Punkte liegen. Sicher ist hier also gar nichts.

Auch auf die Bilanz von 14:4 Punkten in den bislang neun Zweitligaauseinandersetzungen, dazu kommt noch ein Erfolg im DHB-Pokal, wird Trainer Matthias Obinger nicht allzu viel geben, denn sie schmückt allenfalls die Hall of Fame eines statistikverliebten Beobachters, löst aber nicht die Schwere der Aufgabe. Er weiß ziemlich genau, dass mit dem Weggang von Jan Schäffer zum Erstligisten nach Erlangen ein zentraler Baustein in der bislang so stabilen Innenverteidigung und beim Kreisspiel herausgebrochen ist und eine Kompensation nicht so einfach sein wird. Gerade deshalb hat er sein besonderes Augenmerk auf eine Integration des im Gegenzug aus Erlangen zu den Wölfen gestoßenen Sergej Gorpishin gerichtet, ein Unterfangen, das schon recht gute Ansätze erkennen ließ. So konnte der russische Juniorennationalspieler beim Unentschieden im Testspiel gegen den Erstligisten aus Friesenheim sowohl im Angriff als auch in der Abwehr durch gute Leistungen auf sich aufmerksam machen.

Man ist also gut beraten, einen Gegner zu erwarten, der auf Augenhöhe mit den Rimparern agieren dürfte. Zweifellos ist dieser angeschlagen, denn der bisherige Saisonverlauf gibt nicht gerade viel Anlass für die Hoffnung auf einen Klassenerhalt. Zudem verlassen mit den beiden Juniorennationalspielern Jerome Müller und Lars Weissgerber ausgerechnet zwei zentrale Leistungsträger zum Ende der Saison ihren Verein in Richtung erste Liga, ein Aderlass, der sicher nicht so leicht zu kompensieren sein dürfte. Aber gerade das dürfte die Saarländer gefährlich machen, denn beide Spieler werden das Restprogramm nutzen, um sich aus Saarlouis entsprechend zu verabschieden und ihre neuen Vereine, Friesenheim beziehungsweise Wetzlar, von der Richtigkeit ihrer Wahl zu überzeugen. Zudem kann man bei einer Mannschaft, die im oberen Drittel der Tabelle steht und zwei Punkte in einem Heimspiel gegen den Tabellenvorletzten sicher irgendwie eingeplant hat, ziemlich unbeschwert aufspielen. Auch werden die Saarländer die 22:26-Hinrundenniederlage gegen die Wölfe noch nicht vergessen haben.

Zuversicht für die anstehenden Aufgaben in der Rückrunde haben sich die Saarländer in der Winterpause auf jeden Fall schon einmal geholt. Mit einem 31:28-Erfolg beim französischen Zweitligisten Nancy meldet man sich zuletzt gestärkt zurück. Gegen den Erstligisten aus Friesenheim, dem die Wölfe erst unlängst ein Unentschieden abringen konnten, verlor man am letzten Wochenende dagegen mit 23:32. Man wird sehen, wie die Mannschaft die hier gemachten Erfahrungen im Spiel gegen die Wölfe umsetzen kann. Prognosen auf einen sicheren Ausgang dieser Auseinandersetzung haben dabei vermutlich die gleiche Treffgenauigkeit wie Dart-werfende Schimpansen. Man kann also getrost auf sie verzichten!


Bild: (c) Michael Endres