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v.li.: Julian Sauer (DJK Rimpar Wölfe) jubelt, DKB 2. Handball-Bundesliga, DJK Rimpar Wölfe - Dessau-Rosslauer HV 06, [Foto: foto2press.de, Schwarzwaldstraße 19, 69124 Heidelberg - Tel +49 (0)6221 718837 - info@foto2press.de - www.foto2press.de - Veröffentlichung nur mit Urheberangabe gegen Honorar gestattet und Belegexemplar erbeten *** Lieferung erfolgt ausschließlich unter Anerkennung der AGB, einzusehen unter http://www.foto2press.de/agb *** Foto nur für redaktionelle Verwendung - no model release!]

Verdienter Erfolg in der Jadestadt

Wilhelmshavener HV vs. DJK Rimpar Wölfe 27:31 (11:15)


(at) Als der Wilhelmshavener Hallensprecher bei der dritten Auseinandersetzung seiner Mannschaft mit den Wölfen aus Rimpar in der heimatlichen Nordfrostarena den Gast als gerngesehen begrüßte und dies ziemlich offensichtlich mit dem Sachverhalt verband, dass dieser bislang dort ziemlich sang- und klanglos seine Punkte abgeliefert hat, gab er unbewusst der Motivation des Rudels eine Steilvorlage. „Wir Punktelieferant, niemals!“, schwor man sich noch in der Kabine ein, um dann auch mit genügend Biss den angeheizten Hexenkessel der Nordfrost-Arena zu betreten.

Und so begann das Spiel, wie es in letzten häufiger passiert war: mit einem ordentlichen Knaller von Steffen Kaufmann direkt ins Dreieck. Man spürte sofort, dass die Wölfe es diesmal wissen wollten, denn motiviert gingen sie zu Werke, zuweilen vielleicht etwas zu motiviert. So bei den ersten drei Siebenmetern, die allesamt Opfer des starken Wilhelmshavener Schlussmann Dennis Doden wurden. Deshalb stand es nach sieben Minuten nicht etwa 3:5 für den Gast, wie chancengerecht zu erwarten war, sondern 3:2 für den Gastgeber, und schon mancher der etwas über 1100 Zuschauer schien sich auf einen schönen Abend zu freuen, denn die Achse Lukas Kalafut, Janik Köhler und Kay Smits funktionierte, und auch Rechtsaußen Evgeny Vorontsov zeigte sich gewohnt treffsicher.

Doch die Mannschaft aus Rimpar würden sich nicht den Wolf auf die Fahne geschrieben haben, wenn das Aufgeben eine Option wäre. So bissen sie sich an den Jadestädtern fest und arbeiteten sich Tor um Tor wieder heran. In der Folge war die Auseinandersetzung dann kampfbetont, aber trotzdem auch etwas zerfahren, weil vor allen Dingen der Abschluss zu unkonzentriert wirkte. Als in der 22. Minute der von seiner Schulterverletzung genesene Tobias Schwolow zum 10:10 für die Gastgeber einnetzte, schien alles auf einen Kampf auf Biegen und Brechen hinauszulaufen. Doch es war an diesem Tag ein Feldspieler bei den Wölfen, der seine ganze Routine in die Waagschale werfen konnte. Ruhig und solide im Spielaufbau und absolut abgezockt bei seinen insgesamt 6 verwandelten Siebenmetern, war es vor allen Dingen Benjamin Herth, der dafür sorgte, dass die Wölfe sich plötzlich auf der Erfolgsspur befanden. Und so neigte sich die Schale allmählich auf die Seite der Gäste, die mit einem zwar nicht beruhigenden, aber durchaus zufriedenstellenden Viertore-Vorsprung in die Pause gingen.

Aber noch ein anderer Spieler sorgte an diesem Tag für das Momentum, das man braucht, um solche Spiele gewinnen zu können. Max Brustmann im Tor lief zur gewohnten Form auf und kassierte am Ende zwei Siebenmeter von den ansonsten so sicheren Werfern der Wilhelmshavener. Besonders bemerkenswert war die Tatsache, dass nahezu jede seiner 15 erfolgreichen Abwehraktionen ausgesprochen spektakulär wirkten, wenn er beispielsweise im letzten Augenblick nur noch durch eine blitzschnelle Bewegung den Ball von der Linie fegen konnte, so spektakulär, dass zuweilen ein anerkennendes Raunen vom ansonsten sehr aufgeheizten Wilhelmshavener Publikum zu vernehmen war.

Cheftrainer Matthias Obinger hatte seine Mannschaft in der Pause auf das, was da kommen sollte, ordentlich vorbereitet. Denn wirklich beeindrucken ließen sich die Wölfe in der zweiten Hälfte durch das Spiel der Gastgeber kaum noch. Auf weniger als drei Tore Abstand konnte Wilhelmshavener nicht mehr verkürzen. Nur in der Schlusssequenz schienen dem einen oder anderen Wolf bei der immer offensiveren Deckung der Jadestädter etwas die Hände zu zittern, als leichtfertig einfache Bälle verspielt wurden und den in der 54. Minute noch mit sieben Toren zurückliegenden Niedersachsen plötzlich vier Tore in Folge gelangen. Doch Dominik Schömig übernahm Verantwortung, konnte mit einer mutigen Aktion deren Spielfluss durchbrechen und holte dabei einen Siebenmeter heraus, den Benjamin Herth eiskalt und spielentscheidend verwandelte. Der Rest war Zugabe, so dass beim Abpfiff ein zufriedenstellendes 27:31 auf der Anzeigetafel den Sieg der Wölfe offiziell machte.


Die Statistik der Wölfe

Brustmann 1, Wieser (n.e.), Kraus 2, S. Schmitt 1, Schömig 2, Böhm 1, Gempp 1, Schäffer 6, P. Schmidt, Kaufmann 4, Brielmeier 3, Herth 9/6, Sauer 1