Pressemitteilung
Leitwölfe sagen Servus
28. November 2017
Wieder TV-Bilder aus dem Wolfsrevier
6. Dezember 2017

Derbysieg!!!

DJK Rimpar Wölfe vs. HC 2000 Coburg 31:29 (15:14)

(at) Was für ein Spiel! Alles, was ein Derby braucht, wurde den über 2600 Zuschauern an diesem denkwürdigen Samstagabend in der sOliver-Arena geboten: Kampf, Aggressivität, 60 Tore, zwei Mannschaften auf Augenhöhe und daher Spannung bis zur letzten Minute. Bessere Unterhaltung konnte man nicht geboten bekommen. Temperamentvoll ging es schon vor dem Spiel im Gästeblock der Coburger zu. Gewohnte Schmähgesänge und –rufe gehören mittlerweile zum Ritual, wenn diese beiden Teams aufeinandertreffen und ficht nicht wirklich jemanden auf Gastgeberseite an. Dass man aber kurz nach Beginn in diesem Block meinte, das Spiel mit einem Regen aus Papierschnipseln stören zu müssen, ging dann doch an den im Handballsport üblichen Fan-Aktionen vorbei, denn anders als auf Fußballfeldern, ist es unmöglich, unter solchen Bedingungen ein ordnungsgemäßes Spiel abzuwickeln, ein Umstand, den die beiden Schiedsrichter auch gleich geltend machten. Apropos Unparteiische. Man muss diesen zugute halten, dass sie sich darum bemühten, nie den Eindruck entstehen zu lassen, dass sie sich von dem lautstarken Heimpublikum in irgendeiner Form beeindrucken ließen. Acht Mal schickten sie Rimparer Spieler auf die Bank, zwei davon wurden disqualifiziert, während die Coburger ganze vier Mal in Unterzahl spielen mussten, ein Missverhältnis, das dem Gastgeber eine ganz besonders harte Gangart unterstellte. Gleiches gilt auch für die Strafwürfe vom Siebenmeterpunkt. Sechs Mal traten die Oberfranken an, fanden aber in einem gut aufgelegten Max Brustmann gleich dreimal ihren Meister, während auf der anderen Seite Patrick Schmidt sich ausgesprochen zielsicher zeigte und alle vier Siebenmeter verwandelte.

Doch es ist eine besondere Qualität der Wölfe, sich von solchen Missverhältnissen nicht beeindrucken zu lassen. Im Gegenteil, als das Schiedsrichtergespann kurz nach der Halbzeit beim Stand von 17:16 glaubte, Abwehrchef Stefan Schmitt wegen eines Allerweltfouls unbedingt die dritte Zweiminutenstrafe und damit die Disqualifikation geben zu müssen, reizte das die Heimmannschaft offensichtlich mehr als dass es sie schockte, denn innerhalb von einer Minute zauberten der an diesem Tag glänzend disponierte Benedikt Brielmeier und Urgestein Sebastian Kraus eine Dreitorevorsprung zum 19:16 heraus. Überhaupt hatte es ganz besonders die zweite Hälfte in sich, nachdem man nach ausgeglichener erster Halbzeit beim Stand von 15:14 die Seiten gewechselt hatte. Sicher ist das auch ein Verdienst der nie aufgebenden Gäste, denn immer wieder arbeiteten sie sich heran, freilich im einen oder anderen Fall auch mal durch Pfiffe der Unparteiischen begünstigt, die der Heimmannschaft immer wieder Rätsel aufgaben. Auch als in der 38. Minute Sebastian Kraus nach einem Foul die rote Karte sah, konnte man so manches Fragezeichen bei den Rimparern ausmachen, doch da es nichts nützt, mit Entscheidungen von Schiedsrichtern zu hadern, verlegte man sich sogleich wieder auf den Kampf und hielt dagegen. Vielleicht glaubte dann aber der eine oder andere mitgereiste Coburger Fan beim Zwischenstand von 23:23 an eine Wende, denn plötzlich war der Fanblock wieder da und versuchte mit seinen Gesängen die letzten Reserven ihres Teams zu mobilisieren. Doch nur kurz währte diese Freude, denn jetzt kamen die Minuten von Benedikt Brielmeier, der gleich dreimal hintereinander zum 26:23 einnetzte und dabei dem mittlerweile im Tor stehenden Jan Kulhanek keine Chance ließ. Aber erneut kämpften sich die Coburger heran, und als es eine Minute vor dem Ende nur noch 30:29 für den Gastgeber stand, Max Brustmann zudem noch eine Zeitstrafe bekam und der eine oder andere Zuschauer vor Schreck erstarrte, erkämpften sich die Wölfe trotz dieser Widrigkeiten mit allen verfügbaren Kräften, die sie noch freisetzen konnten, einen letzten Ball, den der ausgezeichnet aufspielende Steffen Kaufmann zum alles entscheidenden 31:29 in der Schlusssekunde verwandeln konnte.

Man kann sich leicht ausmalen, was nach diesem Derbyerfolg auf dem Spielfeld geboten war. Jubelnd bildeten überglückliche Wölfe eine Traube und feierten den sechsten Sieg im neunten Spiel gegen die Oberfranken. Für den Erstligaabsteiger bleiben dieses Derbys irgendwie traumatische Erlebnisse, denn erneut konnte man gegen die Unterfranken keinen Erfolg verbuchen. Für ihn bleibt da wieder nur das Rückspiel. Dafür allerdings hat man sich schon einiges vorgenommen und der eine oder andere von den Gästen noch auf dem Spielfeld den Wölfen für Mitte Mai nächsten Jahres einen heißen Tanz angekündigt. Verständlich, denn das war schon immer so. Schließlich war wieder Derbytime!


Die Statistik der Wölfe

Brustmann, Wieser, Kraus 2, S. Schmitt, Schömig 1, Böhm 1, Gempp, Schäffer 4, P. Schmidt 8/4, Kaufmann 6, Siegler 1, Meyer, Brielmeier 5, Herth 2, Sauer 1


Bild: (c) Michael Endres